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Apostolische Reise nach Sri Lanka und auf die Philippinen 2015
Eucharistiefeier mit Heiligsprechung des seligen Joseph Vaz auf der Strandpromenade des »Galle Face Green« in Colombo
Lebendige Ikone der Barmherzigkeit Gottes
Homilie von Papst Franziskus am 14. Januar
 
»Alle Enden der Erde sehen das Heil unseres Gottes« (Jes 52,10)

Das ist die großartige Prophetie, die wir in der heutigen ersten Lesung gehört haben. Jesaja sagt die Verkündigung des Evangeliums Jesu Christi an alle Enden der Erde voraus. Diese Prophetie hat für uns eine besondere Bedeutung, da wir die Heiligsprechung eines großen Missionars des Evangeliums, des heiligen Joseph Vaz, feiern. Wie unzählige andere Missionare in der Geschichte der Kirche, antwortete er auf den Auftrag des auferstandenen Herrn, Menschen aller Nationen zu seinen Jüngern zu machen (vgl. Mt 28,19). Durch sein Wort, aber noch wichtiger durch das Beispiel seines Lebens führte er die Menschen dieses Landes zu dem Glauben, der uns ein »Erbe in der Gemeinschaft der Geheiligten« verleiht (Apg 20,32).
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Interreligiöse und ökumenische Begegnung in der Bandaranaike Memorial Conference Hall, Colombo
Grundsätze des Friedens uneingeschränkt leben
Ansprache von Papst Franziskus am 13. Januar
 

Liebe Freunde,

ich bin dankbar für die Gelegenheit, an dieser Begegnung teilzunehmen, welche unter anderen die vier größten Religionsgemeinschaften zusammenführt, die für das Leben in Sri Lanka wesentlich sind: Buddhismus, Hinduismus, Islam und Christentum. Ich danke Ihnen für Ihre Anwesenheit und für Ihren herzlichen Empfang. Ich danke auch denen, die Gebete und Segenswünsche vorgebracht haben, und in besonderer Weise drücke ich Bischof Cletus Chandrasiri Perera und dem ehrwürdigen Vigithasiri Niyangoda Thero meinen Dank aus für ihre freundlichen Worte.

Ich bin auf den Spuren meiner Vorgänger, der Päpste Paul VI. und Johannes Paul II., nach Sri Lanka gekommen, um die große Liebe und das Interesse zu zeigen, welche die katholische Kirche für Sri Lanka hegt. Eine besondere Gnade ist es für mich, hier die katholische Gemeinschaft zu besuchen, sie in ihrem christlichen Glauben zu stärken, mit ihnen zu beten und ihre Freuden und Leiden zu teilen. Es ist ebenso eine Gnade, mit Ihnen allen, Männern und Frauen dieser großen religiösen Traditionen, zusammen zu sein, die Sie mit uns das Verlangen nach Weisheit, Wahrheit und Heiligkeit teilen.

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Begegnung mit den Familien in der Mall of Asia Arena, Manila
Jede Gefährdung der Familie ist eine Gefährdung der Gesellschaft
Ansprache von Papst Franziskus am 16. Januar
 
Liebe Familien,
liebe Freunde in Christus,

ich bin dankbar für eure Anwesenheit hier heute Abend und für das Zeugnis eurer Liebe zu Jesus und seiner Kirche. Ich danke Bischof Reyes, dem Vorsitzenden der bischöflichen Kommission für Familie und Leben, für seinen Willkommensgruß in eurem Namen. Und in besonderer Weise danke ich denen, die ihre Zeugnisse vorgetragen und ihr Glaubensleben mit uns geteilt haben. Danke! Die Kirche in den Philippinen ist gesegnet durch das Apostolat vieler Bewegungen, die sich um die Familie kümmern, und ich danke ihnen für ihr Zeugnis!

Die Heilige Schrift spricht selten vom heiligen Josef, doch wenn sie es tut, finden wir ihn oft ruhend, während ein Engel ihm im Traum Gottes Willen offenbart. In dem Evangelienabschnitt, den wir eben gehört haben, treffen wir Josef nicht einmal, sondern gleich zweimal ruhend an. Heute Abend möchte ich mit euch allen im Herrn ruhen. Ich habe es nötig, mit den Familien im Herrn zu ruhen, und ich erinnere mich an meine Familie: meinen Vater, meine Mutter, meinen Großvater, meine Großmutter… Heute ruhe ich mit euch und möchte mit euch über das Geschenk der Familie nachdenken.
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Eucharistiefeier auf dem Flughafen-Areal von Tacloban
Nur der Herr weiß, was er euch zu sagen hat
Homilie von Papst Franziskus am 17. Januar
 
Wir, Papst Franziskus und der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I., bringen Gott unseren tiefempfundenen Dank zum Ausdruck für das Geschenk dieser erneuten Begegnung, die uns erlaubt, in Anwesenheit der Mitglieder des Heiligen Synods, des Klerus und der Gläubigen des ökumenischen Patriarchats gemeinsam das Fest des heiligen Andreas, des Erstberufenen und Bruders des Apostels Petrus, zu feiern. Unser Gedenken der Apostel, die der Welt durch ihre Predigt und das Zeugnis des Martyriums die gute Nachricht des Evangeliums verkündeten, stärkt in uns den Wunsch, unseren gemeinsamen Weg fortzusetzen mit dem Ziel, mit Liebe und Vertrauen die Hindernisse zu überwinden, die uns trennen.

Anlässlich der Begegnung in Jerusalem im vergangenen Mai, bei der wir der historischen Umarmung unserer verehrten Vorgänger Papst Pauls VI. und des Ökumenischen Patriarchen Athenagoras gedachten, haben wir eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Heute wollen wir angesichts der glücklichen Gelegenheit einer zweiten brüderlichen Begegnung unsere gemeinsamen Absichten und Besorgnisse erneut bekräftigen.
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Begegnung mit Priestern, Ordensleuten, Seminaristen und Familien von Überlebenden des Taifun Yolanda in der Kathedrale »Verklärung des Herrn« in Palo
Viele von euch haben großes Leid ertragen
Ansprache von Papst Franziskus am 17. Januar
 

Das Treffen in der Kathedrale »Verklärung des Herrn« in Palo musste wegen des schlechten Wetters abgekürzt werden. Die vorbereitete Rede, die wir im Folgenden abdrucken, hat Papst Franziskus nicht gehalten.

Liebe Brüder und Schwestern,

ich begrüße euch alle mit großer Liebe im Herrn und freue mich, dass wir uns in dieser Kathedrale von der Verklärung des Herrn treffen können. Dieses Haus des Gebetes ist zusammen mit etlichen anderen dank der beachtlichen Großzügigkeit vieler Menschen wieder instand gesetzt worden. Es ist ein vielsagendes Zeichen der gewaltigen Anstrengung zum Wiederaufbau, die ihr und eure Nachbarn in der Folge der durch den Taifun Yolanda verursachten Verwüstung unternommen habt. Es ist auch eine konkrete Erinnerung für uns alle, dass unser Gott sogar inmitten von Katastrophen und Leiden ständig am Werk ist und alles neu macht.

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Begegnung mit den Jugendlichen auf dem Sportplatz der Santo-Tomas-Universität in Manila
Der Welt von heute fehlt das Weinen
Ansprache von Papst Franziskus am 18. Januar
 
Papst Franziskus verzichtete auf seine vorbereitete Rede auf Englisch und richtete sich stattdessen in seiner Muttersprache Spanisch an seine Zuhörer auf dem Sportplatz der Santo-Tomas-Universität in Manila. In seiner spontanen Ansprache ging er auf das Leid von Straßenkindern ein, deren Leben von Hunger, Drogenkonsum und Zwangsprostitution bedroht werde.

Zuvor hatte ein 12 Jahre altes Mädchen, das früher selbst Straßenkind war, von ihrem Schicksal berichtet. Sichtlich bewegt umarmte Franziskus das weinende Mädchen.

»Lasst uns lernen zu weinen wie sie. Wer nicht lernt zu weinen, der kann kein guter Christ sein«, sagte der Papst.

Im Folgenden seine Ansprache:


Liebe junge Freunde, wenn ich spontan rede, dann tue ich das auf Spanisch. – Nein? – Denn ich beherrsche die englische Sprache nicht. Darf ich? [»Ja!«] Vielen Dank! [Applaus]. Hier ist Father Mark, ein guter Übersetzer. Zuallererst eine traurige Nachricht: Gestern, als gerade die Messe begann, ist einer der Türme – wie dieser da – umgestürzt und hat dabei ein junges Mädchen verletzt, das dort arbeitete, und sie ist gestorben. Ihr Name ist Kristel. Sie arbeitete für die Organisation ebendieser Messe. Sie war 27 Jahre alt. Sie war jung wie Ihr und arbeitete für eine Vereinigung, die Catholic Relief Services. Sie war eine Freiwillige. Ich bitte, dass wir alle gemeinsam – ihr seid jung wie sie – eine Minute lang schweigend beten, und dann rufen wir unsere Mutter im Himmel an. Lasst uns beten. [Schweigen]

Gegrüßet seist du, Maria …

Und jetzt sprechen wir ein Gebet für ihren Vaterund ihre Mutter. Sie war die einzige Tochter. Ihre Mutter trifft von Hongkong aus ein. Ihr Vater ist nach Manila gekommen, um ihre Mutter zu erwarten.

Vater unser im Himmel …
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Papst Franziskus mit den Journalisten auf dem Rückflug von Manila nach Rom
Die Armen evangelisieren uns
 
Auf dem Flug von Manila nach Rom hielt Papst Franziskus am 19. Januar eine Pressekonferenz und beantwortete die Fragen der mitreisenden Journalisten. Pater Lombardi, der Pressesprecher des Heiligen Stuhls, sagte zur Einführung:

Heiliger Vater, danke dass Sie hier sind. Wie wir sehen, sind Sie nach diesen Tagen der Reise in glänzender Form. Wir danken Ihnen, dass Sie uns auch heute Arbeit geben, denn mit Ihrem Gespräch werden wir dann während der ganzen Reise beschäftigt sein.

Papst Franziskus: Zu allererst begrüße ich Sie: Guten Tag, danke für Ihre Arbeit. Die Reise war beanspruchend und – wie wir auf Spanisch sagen – pasado por agua: verregnet. Es ist schön, und vielen Dank für alles, was Sie getan haben.

Kara David für die philippinische Gruppe: Guten Tag, Heiliger Vater. Entschuldigung, ich werde Englisch sprechen. Vielen Dank, dass Sie unser Land besucht und den Philippinern so viel Hoffnung gegeben haben. Wir würden uns freuen, wenn Sie noch einmal in unser Land kommen würden. Meine Frage lautet: Die Philippiner haben viel gelernt aus Ihren Botschaften. Gibt es etwas, das der Heilige Vater von den Philippinern, von der Begegnung mit uns gelernt hat?

Papst Franziskus: Die Gesten! Die Gesten haben mich gerührt. Es sind keine protokollarischen Gesten… Es sind gute, tief empfundene Gesten, die aus dem Herzen kommen. Einige können einen bis zu Tränen rühren. Da ist alles drin: der Glaube, die Liebe, die Familie, die Hoffnung, die Zukunft … Jene Geste der Väter, wenn sie ihre Kinder in die Höhe hoben, damit der Papst sie segne. Die Geste eines Vaters … Viele waren es: Sie hoben die Kinder hoch, als ich auf der Straße vorbeikam. Eine Geste, die man woanders nicht sieht. Als ob sie sagten: Das ist mein Schatz, das ist meine Zukunft, das ist meine Liebe, dafür lohnt es sich zu arbeiten, dafür lohnt es sich zu leiden. Es ist eine ganz eigene Geste, aber sie entspringt dem Herzen.

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