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Galileo Galileis Abhandlung über die Sonnenflecken (Rossiani 5169)
GalileoDer italienische Universalgelehrte Galileo Galilei entwickelte aufgrund seiner Beobachtungen und Entdeckungen, die vor allem in der Astronomie bahnbrechend waren, Methoden, die Natur durch Messungen und mathematische Analysen zu erforschen und wurde so zum Begründer der modernen Naturwissenschaften. Der am 15. Februar 1564 geborene Galilei sollte auf Wunsch des Vaters wie dieser auch Arzt werden, brach das Medizinstudium jedoch ab, um sich in seiner Vaterstadt Florenz der Mathematik und Mechanik zuzuwenden. Nachdem seine Bewerbung um eine Professur für Mathematik in Bologna fehlgeschlagen war, erhielt er 1589 den Lehrstuhl in diesem Fach in Pisa. Während des dreijährigen Aufenthaltes in Pisa beschäftigte er sich mit der Pendelbewegung und den Fallgesetzen. Im Jahre 1592 wechselte der Gelehrte an die Universität nach Padua, wo er 18 Jahre blieb und sich vor allem mit der aristotelischen Astronomie und Naturphilosophie kritisch auseinandersetzte. Im Jahre 1609 verbesserte er das vom Holländer Hans Lipperhey (1570-1619) erfundene Fernrohr wesentlich und verwendete dieses als erster zur Himmelsbeobachtung. Er beobachtete nicht nur Mond und Planeten, sondern entdeckte auch die vier größten Monde des Jupiter, die nach ihm benannt wurden.

In den Jahren 1610/11 konnte er mit dem Teleskop die Sonnenflecken erkennen und veröffentlichte seine Entdeckungen 1613 in den Lettere solari, einer nicht wie bislang üblich in Latein abgefassten Abhandlung, sondern in Italienisch. Der Geschichte und Erläuterung über die Sonnenflecken sind drei an den deutschen Humanisten und Augsburger Bürgermeister Marx Welser (1558-1614), der auch Angehöriger der hochgeschätzten Accademia dei Lincei war, gerichtete Briefe (4. Mai, 26. August und 1. Dezember 1612) vorangestellt. In dem Traktat setzte sich Galilei auch mit der vom deutschen Astronomen und Jesuiten Christoph Schreiner (1573- 1650) vertretenen These auseinander, in der jener die Sonnenflecken als von der Erdbewegung verursachte und auf die Sonne projizierte Schatten zu erklären versuchte. [...]
 
Dr. Christine Grafinger

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