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| Ein Katalog der römischen Konsuln des Humanisten Johann Cuspinian (Mai.XI.C.IX.25, R.I.II.950) |
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Der nach seinem Geburtsort Spießheim (bei Schweinfurt) benannte Humanist und Gelehrte Hans Spießheimer (Spießhaymer, lat. Cuspinian) wurde 1473 geboren. Die humanistischen Studien begann er 1490 an der Universität Leipzig, 1491 war er Gehilfe des Magisters an der Domschule in Würzburg und wechselte im folgenden Jahr an die Wiener Universität. Von diesem Zeitpunkt an nannte er sich Cuspinian.
Der in der lateinischen Sprache versierte Studierende erlangte in den gelehrten Kreisen bald Ansehen und wurde von Kaiser Maximilian I. (1459-1519) im Dezember 1493 zum Dichter gekrönt. Er hielt an der Artistenfakultät Vorlesungen und studierte nebenbei Medizin (Doktortitel 1499). Im April 1495 flüchte er vor der Pest aus der Stadt, bereiste Süddeutschland und kehrte nach einem Jahr wieder nach Wien zurück. Im Oktober 1500 wurde er zum Rektor gewählt und 1501, 1502, 1506 und 1511 war er Dekan der medizinischen Fakultät.
Im August 1506 floh er mit der Familie wegen eines neuerlichen Pestausbruches nach Gmunden und begleitete im Herbst dann Kaiser Maximilian I. nach Innsbruck. Im März 1508 wurde er Nachfolger des bekannten Humanisten, Dichters und Gelehrten Konrad Celtis (1459-1508) auf dem Lehrstuhl für Poetik und Rhetorik, er war sozusagen das Beispiel eines universal gebildeten, politisch versierten humanistischen Renaissance-Gelehrten. Als eine der Leitfiguren des Wiener Humanistenkreises war er weit über den universitären Bereich hinaus bekannt.
Seine Lehrtätigkeit wurde vorübergehend durch die Ernennung zum kaiserlichen Orator in Ungarn unterbrochen, denn er musste sich politischen und diplomatischen Aufgaben widmen. In dieser Funktion handelte er die Bedingungen der Doppelheirat zwischen den Enkeln des Kaisers und den Kindern König Wladislaws II. (1456-1516) aus. Die Verhandlungen schilderte er ausführlich in einem Traktat und wurde für seine Verdienste zum kaiserlichen Rat (1515) ernannt. Cuspinian übernahm noch weitere diplomatische Missionen, zum Beispiel die Begleitung der mailändischen Prinzessin Bona Sforza nach Krakau, wo sie 1518 König Sigismund (1467-1548) heiratete. Den unglücklichen Ausgang der Schlacht von Mohác gegen die Türken hielt er in einer Schrift fest. [...] |
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| Dr. Christine Grafinger |
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