Liebe Brüder und Schwestern,
wir haben bei Gott und vor Gott einen Beistand: Jesus Christus, den Gerechten (vgl. 1 Joh 2,1-2). Mit diesen Worten hilft uns der Apostel Johannes, das Geheimnis des Heils zu begreifen. In unserer Schwachheit, belastet von der Bürde der Sünde, die unser Menschsein schwer zeichnet, und unfähig, aus eigener Kraft die Fülle des Lebens und des Glücks zu erlangen, ist Gott selbst uns in seinem Sohn Jesus Christus entgegengekommen. Er, so sagt der Apostel, hat als Sühne die Sünden der Menschen und der Welt auf sich genommen, er hat das Böse mit uns und für uns ertragen, hat es durchlitten und verwandelt und uns für immer befreit.
Christus ist der lebendige Mittelpunkt, er ist das Herz unseres Glaubens, und von dieser Mitte her möchte ich mich an euch wenden und Seine Hoheit Fürst Albert, Seine Exzellenz Erzbischof Dominique-Marie David sowie die anwesenden Priester und Ordensleute herzlich begrüßen und euch allen meine Freude darüber zum Ausdruck bringen, dass ich hier sein und an eurem Weg, den ihr als Kirche geht, teilhaben darf.
Indem wir in Anlehnung an die eben gehörte Lesung auf Christus als unseren »Beistand « blicken, möchte ich euch einige Gedanken mit auf den Weg geben.
Der erste betrifft das Geschenk der Gemeinschaft. Jesus Christus, der Gerechte, der beim Vater für die Menschheit eintritt, versöhnt uns mit ihm und untereinander. Er kommt nicht, um eine Verurteilung auszusprechen, sondern um allen seine Barmherzigkeit zu erweisen, die reinigt, heilt, verwandelt und uns zu einem Teil der einen Familie Gottes macht. Sein Mitgefühl und seine Barmherzigkeit machen ihn zum »Anwalt«, der den Armen und Sündern beisteht, freilich nicht um das Böse zu rechtfertigen, sondern um sie aus Unterdrückung und Knechtschaft zu befreien und sie zu Kindern Gottes und untereinander zu Brüdern und Schwestern werden zu lassen. Es ist kein Zufall, dass sich die Taten Jesu nicht auf die körperliche oder geistige Heilung des Menschen beschränken, sondern auch eine wichtige soziale und politische Dimension beinhalten: Der Geheilte wird in seiner ganzen Würde wieder neu in die menschliche und religiöse Gemeinschaft eingegliedert, aus der er – oft gerade wegen seiner Krankheit oder seiner Sünde – ausgeschlossen worden war. [...]
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