Der Hubschrauber mit dem Papst an Bord landete kurz nach 9 Uhr auf dem Hubschrauberlandeplatz von Monaco. Fürst Albert II. und Fürstin Charlène begrüßten den hohen Gast. Nach 21 Kanonenschüssen und der Vorstellung der jeweiligen Delegationen begab sich Leo XIV. zum Fürstenpalast. Im Ehrenhof empfing der Fürst zusammen mit seiner Gattin und seinen Kindern den Papst. Die Nationalhymnen erklangen, es folgte das Abschreiten der Ehrengarde. Nach einer privaten Begegnung traten der Papst und das Fürstenpaar gemeinsam auf den Balkon des Palastes. Vor einer jubelnden Menge dankte Albert II. dem Papst für seinen Besuch und würdigte die jahrhundertelangen Beziehungen des Fürstentums zum Heiligen Stuhl. Anschließend hielt der Papst die folgende Ansprache auf Französisch:
Durchlaucht,
liebe Brüder und Schwestern!
Ich freue mich, diesen Tag mit Ihnen zu verbringen und damit als erster unter den Nachfolgern des Apostels Petrus in der Neuzeit das Fürstentum Monaco zu besuchen, einen Stadtstaat, der sich durch eine tiefe Verbundenheit mit der Kirche von Rom und dem katholischen Glauben auszeichnet.
Am Mittelmeer gelegen und eingebettet zwischen Gründungsländern der europäischen Einheit, hat Ihr Land in seiner Unabhängigkeit eine Berufung zur Begegnung und zur Pflege der sozialen Freundschaft, die heute durch ein weit verbreitetes Klima der Abschottung und Selbstgenügsamkeit bedroht sind. Das Geschenk der Kleinheit und ein lebendiges geistliches Erbe verpflichten Ihren Wohlstand zum Dienst an Recht und Gerechtigkeit, besonders in einem Moment der Geschichte, in dem die Zurschaustellung von Macht und die Logik des Machtmissbrauchs der Welt Schaden zufügen und den Frieden gefährden. Wie Sie wissen, schreiben in der Bibel die Kleinen Geschichte! Authentische Spiritualität hält dieses Bewusstsein lebendig. Man muss auf die Vorsehung Gottes vertrauen, auch wenn das Gefühl der Ohnmacht oder Unzulänglichkeit überwiegt, denn wir glauben, dass das Reich Gottes einem winzigen Samenkorn gleicht, das zu einem Baum wird (vgl. Mt 13,31-32). Natürlich verändert dieser Glaube die Welt nur dann, wenn wir unserer historischen Verantwortung gerecht werden. [...]
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