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Aus dem Vatikan
Generalaudienz in der »Aula Paolo VI« am 8. September

Das neue Leben als Kinder Gottes

Das neue Leben als Kinder Gottes
Brüder und Schwestern, guten Tag!

Wir setzen unseren Weg zur Vertiefung des Glaubens – unseres Glaubens – im Licht des Briefes des heiligen Paulus an die Galater fort. Der Apostel mahnt jene Christen immer wieder, die Neuheit der Offenbarung Gottes, die ihnen verkündigt wurde, nicht zu vergessen. In voller Übereinstimmung mit dem Evangelisten Johannes (vgl. 1 Joh 3,1-2) hebt Paulus hervor, dass der Glaube an Jesus Christus uns gestattet hat, wirklich Kinder Gottes und auch seine Erben zu werden. Es ist jedoch gut, stets dankbar jenes Augenblicks zu gedenken, in dem wir es geworden sind – des Augenblicks unserer Taufe –, um das große Geschenk, das wir empfangen haben, bewusster zu leben.

Durch die Taufe verwandelt

Wenn ich heute fragen würde: »Wer von euch kennt das Datum der eigenen Taufe?«, dann glaube ich, dass nicht viele die Hand heben würden. Es ist aber das Datum, an dem wir gerettet wurden, es ist das Datum, an dem wir zu Kindern Gottes geworden sind. Wer es nicht kennt, der möge jetzt den Paten, die Patin, den Vater, die Mutter, den Onkel, die Tante fragen: »Wann bin ich getauft worden?«, und jedes Jahr dieses Datums gedenken: Es ist das Datum, an dem wir zu Kindern Gottes gemacht wurden. Einverstanden? Werdet ihr das tun? [Die Pilger in der Audienzhalle antworten: Ja!] Es ist ein solches »Ja«, nicht wahr? [sie lachen] Gehen wir voran …

Denn wenn erst einmal »der Glaube [an Jesus Christus] gekommen ist« (Gal 3,25), dann wird der grundlegend neue Zustand geschaffen, der uns in die göttliche Kindschaft hineinnimmt. Die Kindschaft, von der Paulus spricht, ist nicht mehr jene allgemeine, die alle Männer und Frauen einbezieht, als Söhne und Töchter des einen Schöpfers. In dem Abschnitt, den wir vernommen haben, sagt er, dass der Glaube es gestattet, Kinder Gottes »in Christus« (V. 26) zu sein: Das ist die Neuheit. Dieses »in Christus« macht den Unterschied. Nicht nur Kinder Gottes, wie alle: Alle Männer und Frauen sind Kinder Gottes, alle, ganz gleich, welcher Religion sie angehören. Nein. Aber das »in Christus« macht den Unterschied bei den Christen, und das geschieht nur in der Teilhabe an der Erlösung Christi und in uns im Sakrament der Taufe, so beginnt es. Jesus ist unser Bruder geworden, und durch seinen Tod und seine Auferstehung hat er uns mit dem Vater versöhnt. Wer Christus im Glauben annimmt, hat durch die Taufe ihn und die Würde der Kindschaft »angezogen« (vgl. V. 27).

Der heilige Paulus nimmt in seinen Briefen mehrfach Bezug auf die Taufe. Getauft zu sein ist für ihn gleichbedeutend damit, wahrhaft und wirklich am Geheimnis Jesu teilzuhaben. Im Brief an die Römer sagt er sogar, dass wir durch die Taufe mit Christus gestorben und begraben worden sind, um mit ihm leben zu können (vgl. 6,3-14). Mit Christus gestorben, mit ihm begraben, um mit ihm leben zu können. Und das ist die Gnade der Taufe: teilzuhaben am Tod und an der Auferstehung Jesu. Die Taufe ist also kein rein äußerlicher Ritus. Wer sie empfängt, wird in der Tiefe, im innersten Sein verwandelt und besitzt ein neues Leben: jenes Leben, das es gestattet, sich an Gott zu wenden und ihn mit dem Namen »Abba«, also »lieber Vater«, anzusprechen. »Vater?« Nein, »lieber Vater« (vgl. Gal 4,6). [...]
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