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Apostolische Reise nach Irak 2021

Apostolische Reise nach Irak 2021
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Schätze in der
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Schätze in der Vatikanischen Bibliothek

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Ein medizinisch-
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(Membr.II.15)


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Kirche in der Welt
Zum 100. Geburtstag der Widerstandskämpferin Sophie Scholl

Sophies Entscheidung

Sophies Entscheidung
Sophie im Jahr 1942
Am 9. Mai vor genau hundert Jahren erblickte die junge Christin der Weißen Rose – Symbol des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus – das Licht der Welt. Sie wurde zusammen mit ihrem Bruder Hans Scholl und dem gemeinsamen Freund Christoph Probst hingerichtet.

Von Grazia Villa,
Menschenrechtsanwältin


Aus Anlass des Internationalen Frauentags am 8. März 2021 hat das Europaparlament beschlossen, zwei seiner Gebäude nach zwei bedeutenden Frauen zu benennen: Clara Campoamor, einer spanischen Anwältin und Politikerin, und Sophie Scholl, der jungen deutschen Studentin, die ihre Opposition gegen den Nationalsozialismus mit dem Leben bezahlt hat. Über den Widerstand der jungen Mitglieder der Weißen Rose ist viel geschrieben worden, und auch das Kino hat ihre Geschichte eindrucksvoll nacherzählt. Die Spuren des Lebens des einzigen Mädchens aus dieser Gruppe müssen allerdings auf den Seiten ihrer Tagebücher aufgespürt werden, in ihrer umfangreichen Korrespondenz, im Protokoll ihrer Verhöre durch die Gestapo, in den Akten ihres im Eilverfahren verhandelten Prozesses, in den Zeugnissen ihrer Angehörigen und der überlebenden Mitglieder der Weißen Rose.

Wenn man ihren Spuren folgt, stößt man auf eine Quelle kristallklaren Wassers und taucht ein in den tiefen und leuchtenden Brunnen eines aufrechten und freien Gewissens, einen kostbaren, zwischen zwei Taufen verschlossenen Schatz. Die erste schenkt der kleinen Sophia Magdalena ihre beiden Namen, das Geheimnis ihres Daseins: Die Weisheit der »Sophia« und die grenzenlose Liebe der Magdalena, vereint in dem in ihr verkörperten Motto von Jacques Maritain »Man muss einen harten Geist, aber ein weiches Herz haben«.

Die zweite ist jene ihres letzten Traumes vor der Hinrichtung. Sophie trägt dort ein Kind zur Taufe, fühlt sich in die Tiefe stürzen, kann aber das Kind noch sicher niederlegen, während sie selbst in den Abgrund stürzt: »Das Kind ist unsere Idee, sie wird sich trotz aller Hindernisse durchsetzen. Wir durften Wegbereiter sein, müssen aber zuvor für sie sterben«.

Nur wenn man sowohl auf ihren Geist als auch auf ihr Herz schaut versteht man … Sophies Entscheidung. Sie kommt am 9. Mai 1921, vor hundert Jahren, in Forchtenberg zur Welt und stirbt am 22. Februar 1943 im Alter von 22 Jahren in München unter der Guillotine.

Sie ist das vierte von sechs Kindern, deren enge Verbindung Sophies Leben und ihr Schicksal zutiefst prägen sollte. Ihr Vater Robert, christlich-liberaler Bürgermeister des Städtchens im Hohenlohekreis, war immer ein Gegner des Nationalsozialismus, besonders im Hinblick auf dessen an die jungen Generationen gerichtete Propaganda, weshalb er sich ganz offen Hans und Sophies anfänglicher Unterstützung der nationalsozialistischen Jugendorganisationen widersetzte. Die Mutter Magdalena Müller war eine fromme lutherische Christin, in deren Leben die frohe Botschaft im Mittelpunkt stand. Sie gab das an ihre Töchter und Söhne weiter, als Botschaft der Befreiung von jeder Form der Macht und des Bösen.

Die Familie Scholl lebt in einem gast- und ideenfreundlichen Haus, einem Ort voller Zuneigung und Frohsinn, der Achtung vor Unterschieden, der Gleichheit zwischen Jungen und Mädchen, viel Raum fürs Lesen, auch für Bücher, die vom Regime verboten worden waren, für intellektuellen Austausch, für leidenschaftliche Forschung. Dies ist der fruchtbare Boden, auf dem sich die ersten Blütenblätter dessen öffnen, was dann die Weiße Rose sein wird, weshalb die Biographen diese Familienwerkstatt als einen wahren »Scholl-Bund« definieren.

Sanft und ironisch, schüchtern und frech, klein und brünett, von eher italienischem als »arischem« Aussehen, keine blonden Zöpfe, mit zerzausten und unverbesserlichen Ponyfransen: so wird Sophie beschrieben, während sie schon bald ihre kindlichen Ambitionen klärt: »Die Bravste bin ich nicht, die Schönste will ich gar nicht sein, aber die Gescheiteste bin ich immer noch.« [...]
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