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Apostolische Reise nach Thailand und Japan 2019

Apostolische Reise nach Thailand und Japan 2019
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Kirche in der Welt
Vor 100 Jahren veröffentlichte Papst Benedikt XV. die erste Friedensenzyklika

Der Friede als Gabe und Aufgabe

Papst Benedikt XV. auf einer historischen Fotografie aus dem Jahr 1915.
Prof. DDr. Jörg Ernesti,
Lehrstuhl für Mittlere und Neue Kirchengeschichte der Universität Augsburg

»Ich wollte mich Benedikt XVI. nennen, weil ich geistig an den ehrwürdigen Papst Benedikt XV. anknüpfen wollte, der die Kirche in der stürmischen Zeit des Ersten Weltkriegs geleitet hat. Er war ein mutiger und wahrer Prophet des Friedens und bemühte sich mit großer Tapferkeit zuerst darum, das Drama des Krieges zu vermeiden, und später dessen unheilvolle Auswirkungen einzudämmen.« Mit diesen Worten begründete Joseph Ratzinger in der Generalaudienz am 27. April 2005 die Wahl seines Papstnamens.

Der 1854 als Sohn eines Genueser Grafengeschlechts geborene Giacomo Della Chiesa, der nach einer diplomatischen Ausbildung im vatikanischen Staatssekretariat gearbeitet und sich unter Pius X. als Erzbischof von Bologna für höhere Aufgaben empfohlen hatte, wurde wenige Wochen nach Beginn des Ersten Weltkriegs zum Papst gewählt. Von einem engen Mitarbeiter Kardinal Rampollas, der als Staatssekretär unter Leo XIII. einen auf Versöhnung und Ausgleich zwischen den Staaten ausgerichteten Politikstil geprägt hatte, erwartete man einen wirksamen Beitrag zur Beendigung des Konfliktes.

»Unnützes Blutvergießen« Der Krieg überschattete in der Tat den ganzen Pontifikat Benedikts XV. Unermüdlich setzte er sich dafür ein, »dessen unheilvolle Auswirkungen einzudämmen«. Dabei lassen sich vier Prioritäten erkennen:

1. In den großen europäischen Kriegen der Neuzeit waren die Päpste als Souverän des Kirchenstaates immer auch Partei gewesen und in die europäischen Konflikte involviert. Der Heilige Stuhl wahrte dagegen in den Jahren 1914 bis 1918 eine strenge Neutralität. Wiederholte Versuche, den Papst zu Verurteilungen von echtem oder vermeintlichem Unrecht der Kriegsgegner zu bewegen, liefen ins Leere.

2. Der Krieg wurde von Benedikt XV. entschieden abgelehnt und mit klaren Worten verurteilt (»unnützes Blutvergießen«, »Selbstmord des zivilisierten Europa«).

3. Anders als in allen bisherigen Kriegen der Neuzeit entfaltete der Vatikan eine umfassende humanitäre Aktivität, so dass Zeitgenossen geradezu von einem »zweiten Roten Kreuz« sprachen: So wurde der Austausch von Verwundeten vermittelt, und im Staatsekretariat wurde ein Vermisstensuchdienst organisiert. Mit einem persönlichen Brief an Sultan Mohammed V., das religiöse und politische Oberhaupt des Osmanischen Reiches, protestierte der Pontifex 1917 gegen den Genozid an den Armeniern.

4. Anknüpfend an die internationale Vermittlertätigkeit des Heiligen Stuhls unter Leo XIII. suchte auch Benedikt XV., den Krieg zu begrenzen beziehungsweise zu seiner Beendigung beizutragen. So wurde der Erste Weltkrieg gewissermaßen zum Testfall für eine neue Außenpolitik. Im ersten Kriegswinter ließ er auf diplomatischem Weg ausloten, ob nicht Italien durch einseitige österreichische Konzessionen aus dem Krieg herausgehalten werden könne. Dieser Versuch scheiterte, nicht zuletzt, weil die Entente den Italienern im Londoner Vertrag weitreichende Zusagen machte. Italien ließ sich zugleich zusichern, dass der Heilige Stuhl nicht als Friedensvermittler akzeptiert werde und von einer zukünftigen Friedenskonferenz ausgeschlossen bleibe. Dahinter stand die Sorge, die »Römische Frage« (also die Frage der Souveränität des Papstes) könne neu aufgerollt werden. Bekannt ist die Friedensnote Dès le début, die der Pontifex am 1. August 1917 an die Staatsführungen der kriegführenden Länder richtete. Weniger bekannt ist, dass ihr vom Münchner Nuntius Eugenio Pacelli geführte Sondierungen bei den Mittelmächten vorausgingen, um deren Kriegsziele und Friedensbedingungen zu erfahren. Die Friedensnote schlägt einen Frieden ohne Annexionen und Reparationen, die Freiheit der Seewege, die Rückgabe der Kolonien, eine allgemeine Abrüstung und die Regelung strittiger territorialer Fragen mithilfe des Völkerrechts sowie durch internationale Schiedsgerichtsbarkeit vor.

Nach dem Krieg setzte der Papst sein humanitäres Engagement fort. Organisiert wurden Lebensmittelhilfe und medizinische Versorgung für Kinder in den am meisten unter den Kriegsfolgen leidenden Gebieten, etwa für Waisenhäuser in Wien. In den USA ließ er Sammlungen durchführen und scheute dabei nicht die Zusammenarbeit mit nicht-katholischen Organisationen. [...]
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