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Kirche in der Welt
Kardinal Clemens August Graf von Galen, ein hartnäckiger Gegner der Nationalsozialisten

Der Bischof, der seine Stimme gegen Hitler erhob

Der Bischof, der seine Stimme gegen Hitler erhob
Der Kardinal bei einer Predigt auf dem Domplatz zu Münster
Überregionale Bekanntheit hat Kardinal von Galen durch drei 1941 gehaltene Predigten erlangt, in denen er öffentlich Kritik an den nationalsozialistischen Euthanasieprogrammen übte. Diese haben zu seinem Beinamen »der Löwe von Münster« geführt.

Von Stefania Falasca

Im Jahr 1942 veröffentlichte die »New York Times« mitten im Krieg eine Artikelserie über Kirchenmänner, die sich Hitler entgegenstellten. Am 8. Juni jenes Jahres eröffnete die amerikanische Tageszeitung die mit Churchmen who Defy Hitler überschriebene Serie mit einem Artikel über den deutschen Bischof von Münster, Clemens August von Galen, der vorgestellt wurde als »der hartnäckigste Gegner der antichristlichen nationalsozialistischen Agenda«.

Von Galens erster Biograph, der Priester Heinrich Portmann, hatte auf eine Koinzidenz hingewiesen: »Galen hat als Bischof ebenso lang regiert wie Hitler. Er wurde neun Monate nach Hitlers Machtergreifung zum Bischof geweiht und starb circa neun Monate nach dem Tod des Führers.« Jedenfalls steht sicher fest, dass die Stahlhelme mit dem Hakenkreuz des Dritten Reiches, die der feierlichen Zeremonie seiner Amtseinführung beiwohnten, nachdem Pius XI. Clemens August am 5. September 1933 zum Nachfolger auf dem Stuhl des heiligen Liudger in Münster ernannt hatte, keine Ahnung hatten, wie viele Schwierigkeiten ihnen dieser westfälische Bischof aristokratischer Herkunft und mit tief verwurzelten patriotischen Gefühlen noch machen sollte. Von Galen war der erste im Dritten Reich gewählte Bischof. Der Erste nach dem am 20. Juli 1933 mit dem Heiligen Stuhl unterzeichneten Reichskonkordat, und er war einer der ersten deutschen Bischöfe, der nicht nur die Lügen der Propaganda des Regimes und die Gefahr der nationalsozialistischen Ideologie durchschauen und mit extremer Klarheit und Entschlossenheit entlarven, sondern auch die Verbrechen und die Barbarei der Nazis scharf und öffentlich anprangern sollte.

»Löwe von Münster«

In seinen berühmten, im Sommer vor achtzig Jahren gehaltenen Predigten prangerte er öffentlich auch das irrsinnige Nazi-Projekt der »Aktion T 4« an, das die »Vernichtung lebensunwerten Lebens« zum Ziel hatte. »Nicht Menschenlob, nicht Menschenfurcht soll uns bewegen«, hatte er 1933 den von ihm gewählten bischöflichen Wappenspruch erklärt: Nec laudibus nec timore. Und bereits im Jahr 1934, als Alfred Rosenberg – der Hauptideologe des Nationalsozialismus, der zum »Beauftragten des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP« ernannt worden war – seinen Mythus des 20. Jahrhunderts massiv in Umlauf bringen lässt, verurteilt von Galen in seinem ersten Hirtenbrief an seine Diözese zu Ostern 1934 die neuheidnische Weltanschauung des Nationalsozialismus und hebt den religiösen Charakter dieser Ideologie hervor: Eine ruchlose neue totalitäre Doktrin, »welche die Fundamente der Religion selbst und die heiligsten Geheimnisse der Offenbarung leugne[t] oder fälsch[t]. Offensichtlich wird dadurch die Rasse über die Sittlichkeit gestellt, das Blut über das Gesetz … Eine Täuschung der Hölle ist im Gange … Manchmal verbirgt sich freilich dieses neue Heidentum sogar unter christlichen Namen«.

Aber es ist den im Sommer 1941 gehaltenen Predigten zu verdanken, dass der Bischof in aller Welt bekannt wurde und sich im Feld den Beinamen »Löwe von Münster« erkämpfte. Er hielt die erste dieser Predigten am 13. Juli, als der Bischof, der von der Beschlagnahmung der Niederlassungen der Jesuiten in der Königstraße erfahren hatte, beschloss, öffentlich einzugreifen und vor aller Welt die üblen Absichten der Gestapo zu entlarven. Und von der Kanzel der Lambertikirche aus klagt er sie an, für alle Verletzungen der grundlegendsten sozialen Gerechtigkeit verantwortlich zu sein: »Das Verhalten der Gestapo fügt weiten Teilen der deutschen Bevölkerung schweren Schaden zu. Und darum erhebe ich im Namen des rechtschaffenen deutschen Volkes, im Namen der Majestät der Gerechtigkeit und im Interesse des Friedens und der Geschlossenheit der inneren Front meine Stimme, darum rufe ich laut als deutscher Mann, als ehrenhafter Staatsbürger, als Vertreter der christlichen Religion, als katholischer Bischof: ›Wir fordern Gerechtigkeit!‹«

Die Wirkung dieser ersten Predigt war durchschlagend. Und bei der zweiten Predigt am 20. Juli war die Kirche brechend voll. Die Menschen waren selbst von weither gekommen, um ihn zu hören. Von Galen öffnete ihnen von Neuem die Augen über den Irrsinn des von den Machthabern verfolgten Projekts, das das Land ins Elend und in den Ruin treiben werde, und donnerte erneut »gegen das himmelschreiende Unrecht, das unsere Ordensmänner und unsere lieben Schwestern wie Wild jagt … das unschuldige Männer und Frauen verfolgt«. [...]
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