Die erste Frage an den Papst stellte Chloé:
Heiliger Vater, wir danken Ihnen für Ihre Anwesenheit unter uns heute Abend und für diese Gelegenheit zum Austausch, die Sie uns bieten.
Mein Name ist Chloé, ich bin 25 Jahre alt und schließe gerade mein Pharmaziestudium ab. Ich engagiere mich in einer Gruppe junger Katholiken aus den Arbeitervierteln der Île-de-France: »La Cité Céleste«. Wir organisieren unter anderem gelegentliche Veranstaltungen wie Anbetungs- und Lobpreisabende, zu denen sich viele junge Menschen aus dem Viertel versammeln, die ihren Glauben leben und mit anderen teilen möchten. Außerdem engagiere ich mich in meiner Pfarrei, insbesondere für Jugendliche im Gymnasium. Bei diesen verschiedenen Engagements liegt es mir am Herzen, meine Energie und meine Fähigkeiten in den Dienst anderer zu stellen, indem ich eine Verbindung zwischen dem Glauben, der Jugend und den alltäglichen Lebenswirklichkeiten in unseren Stadtvierteln schaffe.
Wie der heilige Paulus sagt: »Für uns ist Christus das Leben.« Doch die Gesellschaft, in der wir leben, ruht auf anderen Grundlagen und scheint manchmal bezüglich der Frage nach Gott gleichgültig zu sein. Wir möchten Christus in unserem Umfeld mit Nachdruck und Beharrlichkeit verkünden, aber natürlich auch mit Respekt und Feingefühl gegenüber denen, denen wir begegnen. Wie können wir die Kraft unseres missionarischen Eifers mit der Authentizität eines geschwisterlichen Lebens mit denen verbinden, die unseren Glauben nicht teilen?
Papst Leo XIV.:
Liebe Freunde, als Erstes möchte ich etwas ganz Einfaches sagen: Danke! Danke an Gott, danke an euch, danke für euren Mut, danke für eure Anwesenheit, danke für euren Glauben. Ihr seid die Heiligen Frankreichs!
Und danke, Chloé, für deine Frage. Der Satz des heiligen Paulus, den du zitiert hast, ist nicht nur eine einfache Feststellung. Er ist eine echte Zusammenfassung seines Lebens. Mit wenigen, aber entscheidenden Worten spricht er ein Lobgebet, bekennt seinen Glauben und weist einen Weg der Heiligkeit bis hin zum Martyrium. »Für mich ist Christus das Leben« (Phil 1,21): Indem wir diese Liebeserklärung wiederholen, versuchen wir, an der Erfahrung des Apostels teilzuhaben. Er bezeugt uns nämlich, dass Gott seinem Leben niemals fremd ist, sondern dass er ihm im Gegenteil entgegenkommt: Er ruft ihn zu sich, verwandelt ihn innerlich und sendet ihn in die Welt.
Diese geistliche Dynamik betrifft uns alle, auch heute noch. Es stimmt, wie du sagst, dass die Gesellschaft, in der wir leben, Gott gegenüber gleichgültig zu sein scheint. Aber der Herr ist uns gegenüber nicht gleichgültig! [...]
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