Herr Präsident,
verehrte Autoritäten und Mitglieder des Diplomatischen Korps,
meine Damen und Herren!
Herzlich grüße ich Sie, dankbar für Ihren Empfang und für die an mich gerichteten Worte. Ich freue mich, hier zu sein und das geliebte Volk von Äquatorialguinea zu besuchen. Bei seinem Besuch in Ihrem Land bezeichnete der heilige Papst Johannes Paul II. Ihre Person, Herr Präsident, als »die symbolische Mitte, in der die lebendigen Bestrebungen eines Volkes zusammenlaufen, um ein soziales Klima echter Freiheit, Gerechtigkeit, Achtung und Förderung der Rechte jedes Einzelnen und jeder Gruppe sowie bessere Lebensbedingungen zu schaffen, die es allen ermöglichen, sich als Menschen und als Kinder Gottes zu verwirklichen« (Hl. Johannes Paul II., Ansprache an den Präsidenten von Äquatorialguinea, Malabo). Das sind noch immer aktuelle Worte, die alle, denen öffentliche Verantwortung übertragen ist, zum Nachdenken anregen können. Andererseits sind »Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, […] auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi. Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall fände« (Pastoralkonstitution Gaudium et spes, 1). Diese Worte der Konstitution Gaudium et spes des Zweiten Vatikanischen Konzils bringen die Gründe und die Empfindungen am besten zum Ausdruck, die mich zu Ihnen führen, um das Volk dieses Landes, das sich in raschem Wandel befindet, im Glauben zu stärken und aufzubauen. Denn wie im Herzen Gottes, so hallt auch im Herzen der Kirche das Echo dessen wider, was hier auf Erden geschieht, im Leben der Millionen Männer und Frauen, für die unser Herr Jesus Christus sein Leben hingegeben hat.
Sie wissen, dass der heilige Augustinus die Ereignisse und die Geschichte nach dem Modell zweier Städte deutete: der Stadt Gottes, der ewigen Stadt, die durch die bedingungslose Liebe zu Gott (amor Dei) gekennzeichnet ist, zusammen mit der Liebe zum Nächsten, vor allem zu den Armen; und der irdischen Stadt, dem Ort unserer vorübergehenden Wohnstätte, in der Mann und Frau bis zu ihrem Tod leben. In dieser Perspektive existieren die beiden Städte bis zum Ende der Zeiten nebeneinander (vgl. De civitate Dei, 19,14), und jeder Mensch zeigt durch seine Entscheidungen Tag für Tag, welcher der beiden er angehören möchte. [...]
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