Nach dem Besuch im Seniorenheim begab sich der Papst in die Kathedrale Unserer Lieben Frau von der Himmelfahrt zu einem kurzen Gebet. Anschließend feierte er auf dem in der Nähe gelegenen Platz die heilige Messe unter freiem Himmel. In der angolanischen Bergbau- und Diamantenstadt warnte der Papst vor den trügerischen Verlockungen des Reichtums.
Liebe Brüder und Schwestern,
überall auf der Welt lebt die Kirche als Volk, das in der Nachfolge Christi, unseres Bruders und Erlösers, unterwegs ist: Er, der Auferstandene, erleuchtet uns den Weg zum Vater und heiligt uns durch die Kraft des Heiligen Geistes, damit wir unseren Lebensstil nach seiner Liebe umgestalten. Das ist die Frohe Botschaft, das Evangelium, das wie Blut in unseren Adern fließt und uns auf unserem Weg stärkt. Einem Weg, der mich heute hierher zu euch geführt hat! In der Freude und Schönheit unserer Versammlung, die im Namen Jesu zusammengekommen ist, hören wir mit offenem Herzen auf sein Wort des Heils, denn es lässt uns über den Grund und das Ziel unserer Christus-Nachfolge nachdenken.
Als der Sohn Gottes Mensch wurde, vollbrachte er nämlich vielsagende Werke, um den Willen des Vaters zu offenbaren: Er bringt Licht in die Finsternis, indem er den Blinden das Augenlicht schenkt, er gibt den Unterdrückten eine Stimme, indem er die Zunge der Stummen löst, er stillt unseren Hunger nach Gerechtigkeit, indem er das Brot für die Armen und Schwachen vermehrt. Wer von diesen Taten hört, begibt sich auf die Suche nach Jesus. Gleichzeitig sieht der Herr in unser Herz und fragt uns, ob wir ihn aus Dankbarkeit oder aus Eigennutz, aus Berechnung oder aus Liebe suchen. Er sagt nämlich zu den Menschen, die ihm folgten: »Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid« (Joh 6,26). Seine Worte offenbaren die Absichten derer, die nicht die Begegnung mit einer Person suchen, sondern den Konsum. Die Menge sieht Jesus als Mittel zum Zweck, als Dienstleister. Würde er ihnen nicht etwas zu essen geben, wären seine Taten und Lehren nicht interessant.
Dies geschieht, wenn der echte Glaube durch ein abergläubisches Geschäft ersetzt wird, in dem Gott zu einem Götzen wird, den man nur dann sucht, wenn man ihn braucht, und solange man ihn braucht. Selbst die schönsten Gaben des Herrn, der sich stets seines Volkes annimmt, werden dann zu einem Anspruch, einer Belohnung oder einer Erpressung und so werden sie gerade von denen missverstanden, die sie empfangen. Die Erzählung im Evangelium macht uns also deutlich, dass es falsche Motive gibt, Christus zu suchen, vor allem wenn er als Guru oder Glücksbringer betrachtet wird. Auch das Ziel, das sich diese Menschenmenge setzt, ist unangemessen: Sie suchen nämlich keinen Meister, den sie lieben wollen, sondern einen Anführer, den sie aus Eigennutz verehren. [...]
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