Liebe Brüder und Schwestern,
der Friede sei mit euch! Der Friede Christi, dessen Gegenwart unseren Weg erhellt und die Stürme des Lebens besänftigt.
Wir feiern diese heilige Messe am Schluss meines Besuchs in Kamerun, und ich bin euch sehr dankbar dafür, wie ihr mich aufgenommen habt, sowie für die Augenblicke der Freude und des Glaubens, die wir gemeinsam erlebt haben.
Wie wir im Evangelium gehört haben, bewahrt uns der Glaube nicht vor Unruhe und Bedrängnis, und in manchen Augenblicken mag es scheinen, dass die Angst die Oberhand gewinnt. Wir wissen jedoch, dass Jesus uns auch in solchen Momenten nicht im Stich lässt, so wie es die Jünger auf dem See Gennesaret erfahren haben.
Gleich drei Evangelisten schildern die Episode, die wir gerade gehört haben, jeder auf seine Weise und mit einer anderen Botschaft, je nach den Lesern, an die er sich wendet. Der heilige Markus (vgl. 6,45-52) beschreibt, wie der Herr zu den Jüngern kommt, während diese wegen des Gegenwinds nur mühsam vorankommen; doch der Wind legt sich, sobald Jesus zu ihnen ins Boot steigt. Der heilige Matthäus (vgl. 14,22-33) fügt ein Detail hinzu: Petrus möchte auf den Wellen zum Meister gehen. Sobald er jedoch aus dem Boot ausgestiegen ist, lässt er sich von der Angst überwältigen und beginnt unterzugehen. Christus ergreift ihn bei der Hand, rettet ihn und tadelt ihn wegen seines Kleinglaubens.
In der Fassung des Evangelisten Johannes, die heute verlesen worden ist (vgl. 6,16-21), nähert sich der Erlöser den Jüngern, indem er auf dem Wasser geht, und sagt: »Ich bin es, fürchtet euch nicht!« (V. 20), und der Evangelist betont, dass »es […] schon dunkel geworden [war]« (V. 17). In der jüdischen Tradition spielen die »Wasser« aufgrund ihrer Tiefe und ihres Geheimnisses oft auf die Unterwelt, das Chaos, die Gefahr und den Tod an. Zusammen mit der Dunkelheit stehen sie für die Mächte des Bösen, die der Mensch aus eigener Kraft nicht bezwingen kann. Zugleich werden sie aber in Erinnerung an die wunderbaren Ereignisse beim Auszug aus Ägypten auch als ein Ort des Durchgangs wahrgenommen, als eine Furt, durch die Gott sein Volk mit Macht aus der Knechtschaft befreit.
Die Kirche hat auf ihrem Weg durch die Jahrhunderte oft Stürme und »Gegenwinde« erlebt, und auch wir können uns vielleicht manchmal in die Gefühle der Angst und des Zweifels hineinversetzen, die die Jünger während der Überfahrt über den See Gennesaret empfanden. Das ist es, was wir in den Momenten empfinden, in denen wir unterzugehen scheinen, überwältigt von widrigen Kräften, wenn alles dunkel zu sein scheint und wir uns allein und schwach fühlen. Doch es ist nicht so. Jesus ist bei uns, immer, stärker als jede Macht des Bösen; in jedem Sturm kommt er zu uns und sagt uns erneut: »Ich bin hier bei dir: Fürchte dich nicht.« Deshalb stehen wir nach jedem Sturz wieder auf und lassen uns von keinem Sturm aufhalten, sondern gehen stets mutig und vertrauensvoll weiter. Und dank ihm ehren, wie Papst Franziskus sagte, so »viele Männer und Frauen […] unser Volk, […] unsere Kirche […]: stark im Voranbringen ihres Lebens, ihrer Familie, ihrer Arbeit, ihres Glaubens« (Katechese, 14. Mai 2014, 2). [...]
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