Herr Präsident,
sehr geehrte Autoritäten und Mitglieder des diplomatischen Korps,
meine Damen und Herren!
Ich möchte meine tiefe Dankbarkeit für die Einladung nach Algerien ausdrücken, die ich gleich zu Beginn meines Petrusdienstes erhalten habe. Und ich danke Ihnen für Ihren herzlichen Empfang! Sie wissen, dass ich als geistlicher Sohn des heiligen Augustinus bereits zweimal – im Jahr 2004 und 2013 – nach Annaba gekommen bin, und ich bin der göttlichen Vorsehung dankbar, weil es sich nach deren geheimnisvollem Plan so gefügt hat, dass ich als Nachfolger Petri wieder hierher zurückkehren durfte. Ich komme zu Ihnen als Pilger des Friedens, voller Sehnsucht, das edle algerische Volk zu treffen. Wir sind Brüder und Schwestern, weil wir denselben Vater im Himmel haben: Die tiefe Religiosität des algerischen Volkes ist das Geheimnis einer Kultur der Begegnung und der Versöhnung, für die auch dieser Besuch ein Zeichen sein möchte. In einer Welt voller Konflikte und Missverständnisse wollen wir einander begegnen und versuchen, einander zu verstehen, in der Erkenntnis, dass wir alle eine einzige Familie sind! Heute ist dieses einfache Bewusstsein der Schlüssel, um viele verschlossene Türen zu öffnen.
Liebe Brüder und Schwestern, ich komme zu Ihnen als Zeuge des Friedens und der Hoffnung, nach denen sich die Welt zutiefst sehnt und die Ihr Volk stets angestrebt hat: ein Volk, das von den Herausforderungen nie besiegt wurde, weil es in jenem Sinn für Solidarität, Gastfreundschaft und Gemeinschaft verwurzelt ist, von dem das alltägliche Leben von Millionen bescheidener und gerechter Menschen durchdrungen ist. Sie sind die Starken, sie sind die Zukunft: diejenigen, die sich nicht von Macht und Reichtum blenden lassen, diejenigen, die die Würde ihrer Mitbürger nicht ihrem persönlichen Wohlergehen oder dem der eigenen Gruppe opfern. Insbesondere habe ich von vielen Seiten erfahren, wie das algerische Volk sowohl gegenüber seinen Landsleuten als auch gegenüber Ausländern eine ausgeprägte Großzügigkeit an den Tag legt. Diese Haltung zeugt von jener tief in den arabischen und berberischen Gemeinschaften verwurzelten Gastfreundschaft, jener heiligen Pflicht, die wir gern überall als grundlegenden gesellschaftlichen Wert vorfinden würden. Ebenso ist das Almosengeben (sadaka) unter Ihnen eine gängige und selbstverständliche Praxis, auch für diejenigen, die nur über begrenzte Mittel verfügen. Ursprünglich bedeutet das Wort sadaka Gerechtigkeit: Nicht für sich zu behalten, sondern das zu teilen, was man hat, ist in der Tat eine Frage der Gerechtigkeit. [...]
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