Algier. Papst Leo XIV. hat die Große Moschee in der algerischen Hauptstadt Algier besucht. Begleitet vom Rektor der Moschee, Mohamed Mamoun Al Qasimi, und weiteren muslimischen Vertretern besichtigte er am Montag, 13. April, das riesige Bauwerk und verweilte dort einige Augenblicke schweigend. Im Besucherbuch des Gotteshauses trug er sich in französischer Sprache mit dem Satz ein: »Möge das Erbarmen des Allerhöchsten das edle algerische Volk und die gesamte Menschheitsfamilie in Frieden und Freiheit bewahren.« Mit einer kurzen in freier Rede gehaltenen Ansprache antwortete der Heilige Vater auf Italienisch auf die Grußworte des Rektors der Großen Moschee. Papst Leo XIV. sagte:
Ich danke Ihnen für diese Gedanken und diese Worte, die bei diesem Besuch von so großer Bedeutung sind – an einem Ort, der ein Raum Gottes ist, ein göttlicher, heiliger Raum, an den so viele Menschen kommen, um zu beten und Gott, dem Allerhöchsten, in ihrem Leben zu begegnen.
Wie Sie wissen, komme ich mit großer Freude nach Algerien, weil es auch das Land meines geistlichen Vaters ist, des heiligen Augustinus, der der Welt so viel vermitteln wollte, vor allem durch die Suche nach der Wahrheit, die Suche nach Gott, in Anerkennung der Würde eines jeden Menschen und der Bedeutung des Friedensstiftens.
Gott zu suchen bedeutet auch, das Bild Gottes in jedem Geschöpf, in den Kindern Gottes, in jedem Mann und jeder Frau, die nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen sind, zu erkennen. Für uns bedeutet dies, dass es sehr wichtig ist, zu lernen, miteinander zu leben und dabei die Würde jedes Menschen zu achten.
Es gibt noch einen weiteren Wert, den Sie in dieses wunderbare Zentrum aufgenommen haben: Und zwar befindet sich neben der Moschee, dem Ort des Gebets, auch ein Studienzentrum. Wie wichtig ist es doch, dass der Mensch die geistigen Fähigkeiten entfaltet, die Gott ihm geschenkt hat, damit wir erkennen können, wie groß die Schöpfung ist, wie groß das ist, was Gott uns in der gesamten Schöpfung und besonders im Menschen hinterlassen hat!
Durch den Geist und diesen Ort des Gebets, durch das Streben nach Wahrheit – zumindest durch das Studium – und durch die Fähigkeit, die Würde jedes Menschen anzuerkennen, erfahren wir – und die heutige Begegnung beweist es –, dass wir lernen können, einander zu respektieren, in Eintracht zu leben und eine Welt des Friedens zu schaffen. [...]
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