Liebe Brüder und Schwestern in Algerien,
der Friede sei mit euch allen!
As-salamu alaykom!
Ich danke Gott, dass er mir die Möglichkeit gibt, euer Land als Nachfolger des Apostels Petrus zu besuchen, nachdem ich dies bereits zweimal in der Vergangenheit als Angehöriger des Augustinerordens getan habe. Vor allem aber steht ein Bruder vor euch, der sich freut, bei dieser Begegnung die Bande der Zuneigung zu erneuern, die unsere Herzen einander näherbringen.
Wenn ich euch alle anschaue, sehe ich das Gesicht eines starken und jungen Volkes, dessen Gastfreundschaft und Brüderlichkeit ich bereits mehrfach erfahren durfte. Im Herzen der Algerier sind Freundschaft, Vertrauen und Solidarität keine bloßen Worte, sondern Werte, die Bedeutung haben und dem Zusammenleben Wärme und Stabilität verleihen.
Algerien ist ein großes Land mit einer langen Geschichte und reichen Traditionen, die bis in die Zeit des heiligen Augustinus und noch ein gutes Stück weiter zurückreichen. Diese Geschichte ist auch von Leid geprägt, von Zeiten der Gewalt, die ihr jedoch dank der edlen Gesinnung, die euch auszeichnet und die ich auch heute noch hier spüre, mit Mut und Aufrichtigkeit überwinden konntet.
Der Besuch dieses Denkmals ist eine Würdigung dieser Geschichte und der Seele eines Volkes, das für seine Unabhängigkeit und die Würde und Souveränität dieser Nation gekämpft hat.
An diesem Ort denken wir daran, dass Gott für jede Nation Frieden wünscht: einen Frieden, der nicht nur in Konfliktfreiheit besteht, sondern Ausdruck von Gerechtigkeit und Würde ist. Und dieser Friede, der es ermöglicht, mit versöhntem Herzen in die Zukunft zu gehen, ist nur durch Vergebung möglich. Der wahre Befreiungskampf wird erst dann endgültig gewonnen sein, wenn der Friede der Herzen erreicht ist. Ich weiß, wie schwer es ist, zu vergeben. Doch angesichts der weltweit immer zahlreicher werdenden Konflikte darf man nicht von Generation zu Generation Groll um Groll anhäufen. [...]
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