zur StartseiteZugang für Abonnenten
Startseite » Apostolische Reise nach Marseille 2023 » Bericht 2
Titelcover der aktuellen Ausgabe 29/2024 - klicken Sie für eine größere Ansicht

Schätze in der
Vatikanischen Bibliothek

Schätze in der Vatikanischen Bibliothek

Diese Woche

»Die Nachfolge Christi«,
das meistgelesene und gedruckte Buch neben der Bibel (Inc.IV.112)


Apostolische Reise
nach Marseille 2023

Apostolische Reise nach Marseille
Lesen Sie hier die Ansprachen und Beiträge
zur Reise
nach Marseille



Papst Benedikt XVI.
†Papst Benedikt XVI.

Bildergalerie
†Papst Benedikt XVI.

Die Themen
des Osservatore Romano


Aus dem Vatikan
Ausgewählte Bildaufnahmen und ungekürzte Textabdrucke geben Ihnen einen unverfälschten und lebendigen Einblick in das Zentrum der Weltkirche.



Kirche in der Welt
Begleiten Sie den Heiligen Vater auf seinen Apostolischen Reisen oder zu Großereignissen wie Kirchen- oder Weltjugendtagen.



Dokumentation
Alle Enzykliken, Apostolischen Schreiben, Predigten und Ansprachen des Heiligen Vaters – bis ins Detail genau und ungekürzt in deutscher Sprache.



Kultur
Rom ist nicht nur Mittelpunkt der Weltkirche, sondern auch ein einzigartiges kunstgeschichtliches Zentrum.


Links


Hier erhalten Sie weitergehende Informationen
zu unseren Partnerseiten.

Apostolische Reise nach Marseille 2023
Moment der Besinnung mit religiösen Verantwortungsträgern – Gedenken für die auf dem Meer verschollenen Seeleute und Migranten
Das Mittelmeer darf kein Grab der Menschenwürde sein
Ansprache von Papst Franziskus am 22. September
 

Liebe Brüder und Schwestern,

danke, dass ihr hier seid. Vor uns liegt das Meer, ein Quell des Lebens, doch dieser Ort hier erinnert an die Tragödie der Schiffbrüche, die Tod verursachen. Wir sind hier versammelt, um derer zu gedenken, die nicht überlebt haben, die nicht gerettet wurden. Gewöhnen wir uns nicht daran, Schiffbrüche als Schlagzeilen und die Toten auf See als bloße Zahl zu betrachten: Nein, es sind Namen und Nachnamen, es sind Gesichter und Geschichten, es sind zerstörte Leben und zerbrochene Träume. Ich denke an die vielen Brüder und Schwestern, die in Angst ertrunken sind, zusammen mit den Hoffnungen, die sie in ihren Herzen trugen. Angesichts eines solchen Dramas braucht es keine Worte, sondern Taten. Noch davor ist jedoch Menschlichkeit gefragt: Es bedarf an Stille, Tränen, Mitgefühl und Gebet. Ich lade euch nun zu einer Schweigeminute im Gedenken an diese unsere Brüder und Schwestern ein: Lassen wir uns von ihrem Schicksal berühren. [Es folgte ein Moment der Stille]

Zu viele Menschen, die vor Konflikten, Armut und Umweltkatastrophen fliehen, erfahren in den Wellen des Mittelmeers die endgültige Ablehnung ihrer Suche nach einer besseren Zukunft. Und so ist dieses wunderschöne Meer zu einem riesigen Friedhof geworden, wo viele Brüder und Schwestern selbst des Rechtes auf ein Grab beraubt werden – nur die Menschenwürde wird hier begraben. In dem Erfahrungsbuch »Fratellino« sagt der Protagonist am Ende der beschwerlichen Reise, die ihn von der Republik Guinea nach Europa führt: »Wenn du auf dem Meer bist, stehst du an einem Scheideweg. Auf der einen Seite ist das Leben, auf der anderen der Tod. Es gibt keine anderen Auswege « (A. Arzallus Antia – I. Balde, Fratellino, Mailand 2021, 107). Freunde, auch vor uns liegt ein Scheideweg: auf der einen Seite die Geschwisterlichkeit, die die menschliche Gemeinschaft mit Guten bereichert; auf der anderen Seite die Gleichgültigkeit, die das Mittelmeer mit Blut befleckt. Wir befinden uns an einem Scheideweg der Zivilisation. Entweder die Kultur der Menschlichkeit und der Geschwisterlichkeit oder die Kultur der Gleichgültigkeit: jeder möge sich zurechtfinden, wie er kann.

Wir können uns nicht damit abfinden, Menschen zu sehen, die als Tauschware behandelt, eingesperrt und auf grausame Weise gefoltert werden – wir wissen es, oftmals, wenn wir sie wegschicken, sind sie dazu bestimmt, gefoltert oder inhaftiert zu werden –; wir können nicht länger die Tragödien von Schiffbrüchen mitansehen, die durch abscheulichen Menschenhandel und einen Fanatismus der Gleichgültigkeit verursacht werden. Die Gleichgültigkeit wird fanatisch. Menschen, die zu ertrinken drohen, wenn sie auf den Wellen ausgesetzt werden, müssen gerettet werden. Das ist eine Pflicht der Menschlichkeit, eine Pflicht der Zivilisation!

Der Himmel wird uns segnen, wenn wir uns zu Lande und zu Wasser um die Schwächsten kümmern, wenn es uns gelingt, die Lähmung der Angst und die Gleichgültigkeit zu überwinden, die mit Samthandschuhen zum Tod verurteilt. Darin müssen wir Vertreter der verschiedenen Religionen ein Beispiel geben. Gott hat in der Tat Vater Abraham gesegnet. Er wurde dazu berufen, seine Heimat zu verlassen und »er zog weg, ohne zu wissen, wohin er kommen würde« (Hebr 11,8). Als Gast und Pilger in einem fremden Land nahm er die Wanderer auf, die an seinem Zelt vorbeikamen (vgl. Gen 18): »Aus seiner Heimat verbannt, heimatlos, war er selbst das Heim und die Heimat aller« (Hl. Petrus Chrysologus, Vorträge , 121). »Dafür erhielt er zum Lohn seiner Gastlichkeit die Frucht der Nachkommenschaft« (Hl. Ambrosius von Mailand, De officiis, II, 21). An den Wurzeln der drei monotheistischen Religionen des Mittelmeerraums steht also die Gastfreundschaft, die Liebe zum Fremden im Namen Gottes. Und das ist unerlässlich, wenn wir wie unser Vater Abraham von einer gedeihlichen Zukunft träumen. Vergessen wir nicht den Kehrvers der Bibel: »die Waise, die Witwe, der Flüchtling, der Fremde«. Waise, Witwe, Fremder: Dies sind diejenigen, die Gott uns gebietet, zu behüten. [...]

Lesen Sie mehr in der Printausgabe.

Zurück zur Startseite

Sonderausgaben
Spaziergänge durch Rom


Spaziergänge durch Rom - Teil 1 und Teil 2
Teil III
jetzt neu erschienen!


mehr Informationen zu diesen Sonderausgaben


Sonderausgabe
Die neuen Glaubenszeugen unter Papst Benedikt XVI.


Die neuen Glaubenszeugen unter Papst Benedikt XVI.
Teil 2 noch erhältlich!

mehr Informationen zu dieser Sonderausgabe


Meditationen von
Papst Franziskus
bei den Frühmessen
in Santa Marta 2013

Meditationen von Papst Franziskus bei den Frühmessen in Santa Marta 2013

Jetzt als eBook!



Unsere neue Dienstleistung für Verlage, die Ihr Abogeschäft in gute Hände geben wollen.


aboservice

mehr
Informationen


L’Osservatore Romano
Telefon: +49 (0) 711 44 06-139 · Fax: +49 (0) 711 44 06-138
Senefelderstraße 12 · D-73760 Ostfildern
Kontakt | AGB | Datenschutz | Impressum