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Apostolische Reise nach Irak 2021

Apostolische Reise nach Irak 2021
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Kirche in der Welt
Das Beispiel des heiligen Benedikt Joseph Labre

Tausende Kilometer Fußmarsch mitten unter den Armen

Tausende Kilometer Fußmarsch mitten unter den Armen
Benedikt Joseph Labre; Gemälde von Antonio Cavallucci (1752–1795) (Ausschnitt)
Von Kardinal Antonio Maria Vegliò,
Präsident des Päpstlichen Rats der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs


Der heilige Benedikt Joseph Labre ist auch für uns heutige Menschen ein Vorbild. Dazu möchte ich auf drei bedenkenswerte Aspekte eingehen.

Der erste Aspekt betrifft das Pilgern. Der Heilige starb, nachdem er dreizehn Jahre auf Pilgerfahrt verbracht hatte, wobei er, wie errechnet worden ist, ungefähr 30.000 Straßenkilometer zurücklegte. Aus diesem Grund bezeichneten ihn die Römer als den »Pilger der Muttergottes«, als den »Armen von der ewigen Anbetung« oder als den »Büßer vom Kolosseum«. Was treibt den Mann bzw. die Frau unserer Tage, auf Pilgerfahrt zu gehen? Was suchen sie? Ich würde sagen, dass sie im Grunde hoffen, das wahre Glück zu finden, nach dem ihr Herz sich sehnt. Insofern ist der äußere Weg nichts weiter als der Widerschein eines inneren Weges. Der Gläubige ist ein homo viator, ein Mensch auf dem Weg zu Gott. Der heilige Benedikt Joseph Labre pflegte zu sagen, dass »wir alle auf dieser Welt nur Pilger auf dem Weg ins Paradies sind«. Und wie er können auch wir die Antwort, die wir suchen, nur in Gott finden, der Quelle aller echten und tiefen Freude.

Der zweite Aspekt, der angesprochen werden sollte, ist sein Leben der Nächstenliebe. Der heilige Benedikt Joseph war ein obdachloser Heiliger, der sich entschieden hatte, als Armer unter den Armen zu leben und das Almosen, das er empfing, mit ihnen zu teilen. Nachts schlief er zwischen den Ruinen des Kolosseums, unter dem 43. Bogen, dem der fünften Kreuzwegstation – möglicherweise ist es kein Zufall, dass es gerade jene ist, an der Simon von Zyrene Jesus hilft, sein Kreuz zu tragen. Das ist mit einer der Gründe dafür, dass er zum Schutzpatron der Obdachlosen ernannt wurde. Nur Christus ist der wahre Gute Hirte. Wir alle aber sind berufen, wie er gute Hirten unserer Mitmenschen zu sein, vor allem aber der Leidenden: der Kranken, der Schwachen, der Migranten, der Flüchtlinge. Das ist ein Thema, das mir ganz besonders am Herzen liegt, auch deshalb, weil mir der Heilige Vater das Dikasterium anvertraut hat, das sich der Migranten annimmt.

Wir werden nur dann das Antlitz Christi im Angesicht der Letzten erkennen können, wenn wir die Wirklichkeit mit den Augen des Herzens sehen, mit Gottes Augen, wie es der heilige Benedikt Joseph getan hat. Mir kommen da die Worte von Papst Franziskus in den Sinn: »Wenn in unserem Herzen der Kleinste unserer Brüder Raum findet, dann ist es Gott selber, der dort Raum findet. Wenn jener Bruder ausgesperrt wird, ist es Gott selber, der keine Aufnahme findet.«

Der dritte Punkt ist die Aufforderung des Heiligen, nicht beim bloßen Schein stehenzubleiben. In den Augen der meisten Menschen war er ein Bettler, wie so viele im Rom seiner Zeit. In der Tat war seine Erscheinung in den Augen der Welt alles andere als schön. Er aber wusste, dass den Bequemlichkeiten, die eine finanzielle Sicherheit bieten können, keine Bedeutung zukommt, wohl aber der Tatsache, dass Gott uns nie im Stich lässt, und deshalb lebte er im Vertrauen auf den Herrn, das dieser auch belohnte. Er wurde daher völlig zu Recht als »Gottes Vagabund« oder auch als der »Zigeuner Christi« bezeichnet.

Seine Größe beruht einzig und allein auf diesem verborgenen und stillen Leben, einem lebendigen Beispiel für die Gegenwart Gottes. Er war sich der Tatsache bewusst, dass Jesus direkt in unser Herz schaut, dass er sich unserer nicht schämt und unser Leben mit uns teilen will. Das ist auch die zentrale Botschaft dieses Heiligen Jahres der Barmherzigkeit. Der heilige Pilger, der Gottsucher auf den Wegen dieser Erde, möge uns helfen, die Wirklichkeit mit neuen Augen zu betrachten und auf diese Weise die Gegenwart des Herrn in unserem Leben zu erkennen, und so das Glück zu finden, nach dem wir alle uns sehnen. [...]
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