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Aus dem Vatikan
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Kirche in der Welt
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| Zur Seligsprechung von Erzbischof Fulton J. Sheen |
Ein warmherziger Hirte, der mit moderner Technik evangelisierte |
Erzbischof Fulton J. Sheen war Philosoph, Theologe, Autor, Priester und Bischof. Er förderte die missionarische Tätigkeit der Kirche und benutzte wie ein »moderner Evangelist« Radio und Fernsehen, um das Evangelium zu verkünden. Sheen verband intellektuelle Brillanz mit tiefer Überzeugung und einer bemerkenswerten Fähigkeit, die Wahrheiten des Glaubens mit großer Klarheit zu vermitteln. Täglich verweilte er eine Stunde vor dem Allerheiligsten, seine »Holy Hour«, die ihn durch das persönliche Gebet in eine tiefe Beziehung zu Jesus hineinwachsen ließ.
Von Jason Gray, Direktor der »Archbishop Fulton J. Sheen Foundation«
Peter John Sheen wurde am 8. Mai 1895 in El Paso, Illinois, als ältester von vier Söhnen des Ehepaares Newton und Delia Sheen geboren. Da er der Familie mütterlicherseits sehr ähnlich sah, nannte man ihn Fulton, nach dem Mädchennamen seiner Mutter. In einer gläubigen katholischen Familie aufgewachsen, verspürte er schon früh die Berufung zum priesterlichen Dienst. Am 20. September 1919 wurde er für die Diözese Peoria zum Priester geweiht.
Da die Oberen seine intellektuellen Begabungen erkannten, schickten sie ihn zum weiterführenden Studium nach Europa. Im Jahr 1923 erwarb er an der Katholischen Universität Leuven in Belgien den Doktortitel in Philosophie. Seine – in der philosophischen und theologischen Tradition der Kirche verwurzelte – akademische Ausbildung bereitete ihn auf ein Leben des Apostolats vor.
Nach seinem Studienabschluss ernannte Sheens Bischof ihn zum Vikar in einer Innenstadtgemeinde in Peoria, wo er sehr erfolgreich predigte und viele Konvertiten inspirierte. Nach dieser Prüfung seines Gehorsams stellte der Bischof ihn für einen Lehrauftrag frei, Sheen unterrichtete an der »Catholic University of America« in Washington Philosophie und Theologie. Seine intellektuelle Disziplin ging mit einem wachsenden pastoralen Anliegen einher: Er war bestrebt, die Lehren der Kirche für einfache Menschen verständlich und überzeugend zu machen.
Während seines gesamten Priesterlebens stellte Sheen das Gebet in den Mittelpunkt seines Apostolats, wobei die »Heilige Stunde« ein prägendes Merkmal seines geistlichen Lebens war. Er betrachtete diese Gebetszeit als wesentlich für seine priesterliche Identität und für die Fruchtbarkeit seines Dienstes. Seit dem Tag seiner Priesterweihe verweilte er täglich eine Stunde vor der Eucharistie. Dieses Gebet, das er als »die Stunde, die mir den Tag rettet«, bezeichnete, war die Quelle tiefer Einsicht in das Evangelium und die Person Jesu Christi. Sheen war ein öffentlicher Prediger, der mutig über Jesus sprach, jedoch erst, nachdem er ihm zuvor im vertrauten, persönlichen Gebet vor der Eucharistie zugehört hatte.
Mitreißende Vortragsweise
Über die modernen Kommunikationsmittel erreichte Sheen viele Menschen. Ab 1930 moderierte er »The Catholic Hour«, eine Radiosendung, die die katholische Lehre in die Haushalte in den gesamten Vereinigten Staaten brachte. Seine klare Argumentation, seine mitreißende Vortragsweise und seine seelsorgerische Herzlichkeit zogen ein Publikum von über vier Millionen Menschen an. Er wurde für seine intellektuelle Nächstenliebe geschätzt, da er schwierige Wahrheiten auf klare Weise darlegte, ohne dabei die Notwendigkeit der Ermutigung inmitten der Herausforderungen der modernen Gesellschaft aus den Augen zu verlieren. Seine literarischen Werke entstanden parallel zu seiner Rundfunkkarriere. Unter seinen 66 veröffentlichten Büchern gilt »Life of Christ« als einer seiner inspirierendsten Beiträge zum Verständnis der Person Jesu und der Evangelien. [...]
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