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Kirche in der Welt
Leo XIV. betet Kreuzweg am Kolosseum – Meditationen von Pater Francesco Patton OFM

Ein Zeichen für die leidende Welt

Ein Zeichen für die leidende Welt
Rom. Papst Leo XIV. hat am Abend des Karfreitag, 3. April, den Kreuzweg am Kolosseum in Rom geleitet. Dabei trug er an allen 14 Stationen das Kreuz selbst. Zuletzt tat das Papst Johannes Paul II. 1994. Rund 30.000 Menschen hatten sich dazu versammelt. Die Meditationen stammten auf Wunsch des Papstes von Pater Francesco Patton OFM, bis 2025 Franziskaner-Kustos im Heiligen Land. Sie griffen die Situation der Menschen im Nahen Osten auf. Besonders riefen sie zur Achtung der Würde jedes Menschen auf – und zur Ablehnung von Gewalt im Namen Gottes.

Leo XIV. wollte mit dem Tragen des Kreuzes »ein wichtiges Zeichen« setzen, hatte er in Castel Gandolfo auf Nachfrage von Journalisten gesagt. Der Papst sei ein »geistlicher Führer in der heutigen Welt, eine Stimme, die daran erinnert, dass Christus auch heute noch leidet«. Dieses Leid trage er im Gebet mit.

An den einzelnen Stationen wurden die Abschnitte aus den Evangelien und – aus Anlass des 800. Todestags – Texte des heiligen Franziskus vorgetragen. In seinen Auslegungen dazu brachte der ehemalige Kustos des Heiligen Landes bei der ersten Station »Jesus wird zum Tod verurteilt« ein verzerrtes Verständnis von Macht und deren Missbrauch zur Sprache und stellte die Autorität der Menschen der Kraft der Liebe Jesu gegenüber. Franz von Assisi habe daran erinnert, dass »jede Obrigkeit« vor Gott Rechenschaft ablegen müsse über die Art und Weise, wie sie Macht ausübe: »die Macht, einen Krieg zu beginnen oder zu beenden; die Macht, zur Gewalt oder zum Frieden zu erziehen; die Macht, das Verlangen nach Rache oder nach Versöhnung zu nähren«, so der Kreuzwegtext. Patton öffnete aber auch den Blick auf Fragen globaler Gerechtigkeit, ob also Macht dazu genutzt werde, »um Völker zu unterdrücken oder sie aus dem Elend zu befreien«, um Leben zu verteidigen oder es zu ersticken. Letztlich sei ein jeder Mensch dazu aufgerufen, seinen eigenen Umgang mit Macht zu überprüfen. »Du, Jesus, sagst zu jedem: Nutze die dir gegebene Macht gut und bedenke, dass du alles, was du einem Menschen antust, besonders wenn er klein und schwach ist, mir antust.«

Im »Simon von Kyrene« in der fünften Station sah der Franziskaner das Gesicht vieler Freiwilliger und humanitärer Helfer, »die in Extremsituationen ihr Leben riskieren, um denen zu helfen, die Nahrung, Bildung, medizinische Versorgung und Gerechtigkeit brauchen. Viele von ihnen glauben nicht einmal an dich, und doch helfen sie dir weiterhin, wenn auch unbewusst, das Kreuz zu tragen, und während sie sich um andere Menschen aus Fleisch und Blut kümmern, kümmern sie sich in Wirklichkeit – noch einmal – um dich.« [...]
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