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| Ausstellung »Bernini und die Barberini« im Palazzo Barberini in Rom |
Ohne diese Begegnung hätte es keinen Barock gegeben |
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| Blick in die Ausstellungsräume. |
Von Christa Langen-Peduto
Barockkünstler Gian Lorenzo Bernini (1598 bis 1680) wird derzeit hoch geehrt in einer seiner wichtigsten Wirkstätten, dem phantastischen Palazzo Barberini in der Via delle Quattro Fontane im historischen Zentrum von Rom, an dessen Bau er architektonisch maßgeblich beteiligt war. Heutzutage befindet sich dort die Nationalgalerie. »Bernini e i Barberini« (Bernini und die Barberini) heißt die sehr gut besuchte Ausstellung mit 70 aus der halben Welt herbeigeholten Werken, kuratiert von Andrea Bacchi und Maurizia Cicconi. Sie feiert die entscheidende Begegnung zwischen Gian Lorenzo Bernini und seinem Mäzen Papst Urban VIII. Barberini (1623 bis 1644), ohne die es wohl keinen Barock gegeben hätte.
Etappen der Zusammenarbeit
Anhand der beeindruckenden Skulpturen Berninis, darunter zahlreiche Büsten, aber auch Gemälde und Zeichnungen des Künstlers, rekonstruiert die Ausstellung die Etappen der Zusammenarbeit: »Sie zeigt, wie der Schutz Barberinis den Aufstieg Berninis zum absoluten Protagonisten der römischen Kunstszene begünstigte und wie gleichzeitig das Werk des Künstlers entscheidend zur Konstruktion des öffentlichen Bildes und des historischen Gedächtnisses von Urban VIII. beigetragen hat«, erklärt Direktor Thomas Clemens Salomon von der Nationalgalerie. Das umso mehr, als in diesem Jahr auch 400 Jahre Petersdom – ebenfalls mit zahlreichen Bernini-Werken – gefeiert werde. Er wurde im November 1626 von Papst Urban VIII. geweiht. Das Bündnis zwischen Bernini und dem Barberini-Papst habe also dazu beigetragen, »das Gesicht des Barocks und das Bild Roms als Kunstzentrum des modernen Europas zu bestimmen«, so Salomon.
Maffeo Barberini (geb. 1568) war Kaufmannssohn aus der Toskana, machte eine steile Kirchenkarriere, die ihn schon vor der Wahl zum Papst nach Rom führte. Gian Lorenzo Bernini war zwar in Neapel geboren, aber Sohn des aus der Toskana stammenden Pietro Bernini (1562 bis 1629), der im ersten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts seine Bildhauer-Werkstatt nach Rom verlegte. Der Sohn lernte bei ihm und schuf schon in ganz jungen Jahren erstaunliche Büsten und Skulpturen. Man wurde auf ihn aufmerksam. Kunstliebhaber Maffeo Barberini erkannte sein Talent. Als er Papst wurde, sicherte er dem damals 25-Jährigen Ansehen und Prestige in Rom und ganz Europa. Er wurde sozusagen »erster Künstler des Kirchenstaates« und arbeitete zeitweise exklusiv für die Barberini-Familie. Das geschah unter »gegenseitiger Hochachtung«, stellen Kunstexperten heraus. Es erklärt auch die These der Ausstellung, wieso die Bejahung des Barocks das konkrete Ergebnis einer privilegierten Beziehung ist, in der Lage, formale, ikonografische und politische Entscheidungen zu lenken. In einer immer noch offenen Debatte über die Ursprünge des Barocks zwischen denjenigen, die seinen Beginn um 1600 mit Carracci und Caravaggio identifizieren, und denjenigen, die ihn in den 1630er Jahren verorten, schlägt »Bernini und die Barberini« demnach eine Interpretation vor, die sich auf die historische Verantwortung von Urban VIII. als dem wahren Architekten des Wendepunkts konzentriert. [...]
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