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Kultur
Ausstellung »Schätze der Pharaonen« in den Scuderie del Quirinale

Die Seele des alten Ägypten im Herzen von Rom

Die Seele des alten Ägypten im Herzen von Rom
Blick in die Ausstellung mit der Skulpturen-Familiengruppe des Bürgermeisters Sennifer, 18. Dynastie, Neues Reich , schwarzer Granit, Ägyptisches Museum Kairo.
Von Christa Langen-Peduto

Vor dem Gebäude rauscht der römische Verkehr vorbei, Wartende begehren Einlass am Eingangsportal. Dann geht es eine breite Wendeltreppe hoch. Und oben öffnet sich eine ganz andere Welt in dunkel ausgeschlagenen Sälen. Goldene Sarkophage und Totenmasken leuchten. Alte Skulpturen sind wuchtig, Schriftzeichen muten geheimnisvoll an und allerlei kostbarer Schmuck fasziniert. »Schätze der Pharaonen« heißt diese Schau, die wegen des großen Interesses bis 14. Juni verlängert worden ist. Sie befindet sich im Ausstellungsgebäude »Scuderie«, den ehemaligen Pferdeställen des Quirinalspalastes, der direkt gegenüber liegt. Dort residiert heutzutage Italiens Staatspräsident, früher waren es Könige und davor die Päpste. Doch auch letztere können mit der raffinierten Kultur der alten Ägypter in 3100 Jahren ab 3032 v. Chr. wohl kaum mithalten. Sie spiegelt sich wider in 130 teils erstmals ausgestellten Meisterwerken aus jenen Zeiten. Sie bieten einen repräsentativen Einblick in die Zeit der Pharaonen.

Es handelt sich um Exponate aus den renommierten ägyptischen Museen – darunter das Ägyptische Museum in Kairo und das Museum von Luxor –, ergänzt durch einen wertvollen Beitrag des Ägyptischen Museums in Turin. Es ist erst das zweite Mal, dass Ägypten eine so umfangreiche Ausstellung außerhalb seiner Grenzen genehmigt hat – nach jener im Jahre 2002 im Palazzo Grassi in Venedig. Kurator Tarek El Awady: »Diese Ausstellung war die herausforderndste und aufregendste Erfahrung meiner beruflichen Laufbahn.« Man habe die »Seele des alten Ägyptens in das Herz von Rom« getragen: »Nicht nur durch glänzende Objekte aus Gold und Stein, sondern durch Geschichten von Entdeckungen, von Widerstandsfähigkeit, von menschlichem Einfallsreichtum.«

Offene Fragen und neue Entdeckungen


Vieles, aber noch längst nicht alles über diese »Seele« ist erforscht. Moderne Technik, darunter Geophysik, CT-Scans, DNA-Analysen und digitale Rekonstruktionen, eröffnet neue Perspektiven. Es gibt noch viele offene Fragen, und neue Entdeckungen – wie zum Beispiel die Felsenkammer mit 22 Sarkophagen samt Mumien in Theben Anfang März diesen Jahres – haben weiterhin das Potenzial, das Verständnis der ägyptischen Zivilisation zu erweitern. Kompliziert muten aber auch längst bekannte Fakten an. So wird die Pharaonen-Zeit in über 30 Dynastien aufgeteilt. Der Pharao stand als absolutistischer Herrscher und Bindeglied zu den Göttern an der Spitze des ägyptischen Staates. Als Hauptblütezeiten gelten das Alte, Mittlere und Neue Reich, unterbrochen von Zwischenzeiten. Im Alten Reich (2707-2216 v. Chr.) gab es das »goldene Zeitalter« mit dem Pyramidenbau. Das Mittlere Reich (2137-1781 v. Chr.) war die Blütezeit von Kunst, Literatur und Verwaltung. Im Neuen Reich (1550-1070 v. Chr.) wurde das Ägypten der Pharaonen Weltmacht. Danach erfolgte der allmähliche Niedergang mit Fremdherrschaften durch die Perser und später durch die Römer. [...]
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