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Aus dem Vatikan
Gebetsvigil für den Frieden

Jeder hat seinen Platz im Mosaik des Friedens

Betrachtung von Papst Leo XIV. am 11. April
Jeder hat seinen Platz im Mosaik des Friedens
An der Friedensvigil, zu der der Papst am Ostersonntag eingeladen hatte, nahmen über 8.000 Gläubige im Petersdom teil, zahlreiche weitere Pilger waren auf dem Petersplatz versammelt. Im Rahmen eines Rosenkranzgebets mit Meditationen aus der Tradition der Kirchenväter entzündeten Vertreter verschiedener Kontinente Kerzen als Zeichen der Hoffnung. Im Zentrum stand eine Statue der »Regina Pacis«, der Königin des Friedens.
Vor der Gebetsvigil grüßte Papst Leo XIV. die zahlreichen Gläubigen, die keinen Platz im Petersdom gefunden hatten und ihn auf dem Vorplatz erwarteten. Er sagte:

Liebe Brüder und Schwestern,
guten Abend! Herzlich willkommen!

Einen ganz herzlichen, brüderlichen Gruß an euch alle. Danke für eure Anwesenheit, dafür, dass ihr diesem Ruf, dieser Einladung gefolgt seid, uns alle mit unserer Stimme, mit unseren Herzen, mit unserem Leben hier zusammenfinden, um für den Frieden zu beten. Der Friede liegt uns allen am Herzen. Möge der Friede wirklich in der ganzen Welt herrschen und mögen wir die Überbringer dieser Botschaft sein.

Gott hört uns, Gott begleitet uns! Jesus hat uns gesagt, dass er dort, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind, unter ihnen ist. In diesen Tagen der Osteroktav glauben wir fest an die Gegenwart des auferstandenen Jesus unter uns.

Nun wollen wir vereint im Gebet des Rosenkranzes und mit der Fürsprache unserer Mutter Maria der ganzen Welt sagen, dass es möglich ist, Frieden zu schaffen, einen neuen Frieden; dass es möglich ist, mit allen Völkern aller Religionen und aller Ethnien zusammenzuleben; dass wir Jünger Jesu Christi sein wollen, vereint als Brüder und Schwestern, alle vereint in einer Welt des Friedens.

Betet mit uns! Danke für eure Anwesenheit! Möge Gott euch und eure Lieben heute und allezeit begleiten.

Ich erteile euch von hier aus den Segen; anschließend beten wir gemeinsam in der Basilika, und ihr könnt das Geschehen auf den Bildschirmen verfolgen. Nochmals vielen Dank für eure Anwesenheit.

Der Heilige Vater erteilte den Apostolischen Segen und sagte abschließend:
Danke an alle, gute Andacht.

Am Ende der Gebetsvigil richtete der Papst folgende Worte an die Gläubigen:
Liebe Brüder und Schwestern, euer Gebet ist Ausdruck jenes Glaubens, der nach den Worten Jesu Berge versetzt (vgl. Mt 17,20). Danke, dass ihr dieser Einladung gefolgt seid und euch hier am Grab des heiligen Petrus wie auch an vielen anderen Orten der Welt versammelt habt, um für den Frieden zu beten. Der Krieg trennt, die Hoffnung verbindet. Die Selbstherrlichkeit tritt nieder, die Liebe erhebt. Götzendienst macht blind, der lebendige Gott erleuchtet. Ein wenig Glaube, ein Krümelchen Glaube genügt, ihr Lieben, um gemeinsam, als Menschheit und mit Menschlichkeit, dieser dramatischen Stunde der Geschichte zu begegnen. Das Gebet ist nämlich kein Zufluchtsort, um uns unserer Verantwortung zu entziehen, es ist kein Betäubungsmittel, um den Schmerz zu vermeiden, den so viel Ungerechtigkeit auslöst. Es ist vielmehr die selbstloseste, umfassendste und wirkungsvollste Antwort auf den Tod: Wir sind ein Volk, das bereits aufersteht! In einem jeden von uns, in jedem Menschen lehrt der innere Meister nämlich den Frieden, er drängt zur Begegnung und regt uns zum Gebet an. Lasst uns also den Blick erheben! Erheben wir uns aus den Trümmern! Nichts kann uns auf ein vorbestimmtes Schicksal festlegen, auch nicht in dieser Welt, in der es anscheinend noch nicht genug Gräber gibt, weil man weiter kreuzigt und Leben vernichtet, ohne Recht und ohne Gnade. [...]
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