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aktuelle Doppelausgabe 28-29/2026
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Die Themen
des Osservatore Romano
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Aus dem Vatikan
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Kirche in der Welt
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| Kirche in der Welt |
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| 165 Jahre italienische Tagesausgabe »Osservatore Romano« |
Eine Zeitung, die Fragen stellt |
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| Die Titelseite vom 1. Juli 1861, Datum der ersten Ausgabe. |
Von Andrea Monda
»Zu welchem Zeitpunkt nimmt der L’Osservatore Romano seinen Platz unter der unermesslichen Anzahl italienischer Zeitungen ein? Das ist eine Frage, die zweifellos bei der Ankündigung unseres Osser vatore aufkommen wird. Und es ist eine Frage, die wir selbst in ihrer ganzen Wucht gespürt haben und auf die wir antworten mussten, bevor wir uns zu dem Unterfangen entschlossen, das wir nun in Angriff nehmen.« So begann am 1. Juli 1861, vor genau 165 Jahren, das Abenteuer [der italienischen Tagesausgabe] des »Osservatore Romano«. Das Zitat ist der Anfang des Leitartikels, prominent abgedruckt auf der Titelseite der ersten Ausgabe. Es war der Beginn einer langen Geschichte, denn die Ausgabe vom 1. Juli 2026 trägt mittlerweile die Nummer 50.253. So begann es, mit einer Frage. Eine Frage, die aus dem Inneren kam und so stark wurde, dass sie übersprang und mit dem Leserpublikum geteilt werden musste. Es war in der Tat eine eindringliche, entscheidende Frage: Zu welcher Zeit und an welchem Ort betrat diese damals neue Zeitung die Weltbühne? Eine Bühne, auf der bereits eine »unermessliche Anzahl« italienischer Zeitungen präsent war.
Viele Jahre sind seitdem vergangen. Vieles hat sich verändert, anderes ist gleichgeblieben. In den unmittelbar folgenden Zeilen beschrieb der Leitartikel ein klar zweigeteiltes gesellschaftspolitisches Szenarium, damals ein rein italienisches Phänomen. Heute würden wir sagen, es war eine »polarisierte Gesellschaft«. Daraus ergibt sich die Frage: Auf welcher Seite steht die Kirche und wo positioniert sich somit ihre Zeitung? Auch heute ist die Welt polarisiert, allerdings sind die Gegensätze inhaltlich nicht mehr dieselben wie in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Erneut ist die Kirche aufgerufen, Stellung zu beziehen, und erneut tut sie dies. In der Geopolitik einer Welt, die von einem »Dritten Weltkrieg in Stücken« zerrissen ist, stellt sich die Kirche wie immer auf die Seite des Friedens und an die Seite der Opfer. Aller Opfer. In einer Zeit, in der die sozialen und wirtschaftlichen Beziehungen durch die digitale Revolution und das Aufkommen der KI, der »res nova« unserer Zeit, in ihren Grundfesten erschüttert werden, stellt sich die Kirche weder auf die Seite der Apokalyptiker noch auf die der Enthusiasten, sondern sie steht auf der Seite des Menschen. Und sie weist mit Nachdruck, mit dem sanften Druck der Prophetie, darauf hin, dass der Mensch neben der Bewahrung der Schöpfung niemals vergessen darf, jenen großen, herrlichen Schatz, den wir »humanitas« nennen, zu bewahren. [...]
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