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Kultur
Die Heiligen Umbriens – Rita von Cascia (Teil 2)

Roccaporena, der Geburtsort der Heiligen

Roccaporena, der Geburtsort der Heiligen
Das Heiligtum der heiligen Rita in Roccaporena wurde zwischen 1937 und 1947 erbaut und ist Ziel zahlreicher Pilger.
Die Verehrung der heiligen Rita von Cascia ist hauptsächlich mit zwei Orten in Umbrien verbunden: Roccaporena und Cascia. Sie beherbergen die bedeutendsten Stätten, welche die Spuren der Heiligen bewahren und unzählige Pilger aus der ganzen Welt anziehen.

Von Silvia Montanari


In Roccaporena, wo die »Heilige des Unmöglichen«, wie sie auch genannt wird, geboren wurde, liegt das Haus ihrer Eltern, wo sie ihre Kindheit verbrachte. Ferner ist hier das Haus, in dem sie mit ihrem Mann und den beiden Söhnen lebte. Auch das Lazarett, wohin ihre Kinder gebracht wurden, als sie krank waren und wo sie wahrscheinlich an der Pest starben, erinnert an sie. Später wirkte sie dort und pflegte Notleidende und Kranke. Der Garten, in dem das Wunder der Rose und der Feigen stattfand liegt etwas außerhalb. Überaus beeindruckend ist der hoch aufragende »Scoglio« (Felsen), wo sich die Heilige in absoluter Einsamkeit zurückzog, meditierte und betete.

Cascia war ihr Herzensort: das Augustinerkloster (das damals der heiligen Maria Magdalena geweiht war), wo Rita eben bei den Augustinerinnen erzogen wurde und als Erwachsene dann 40 Jahre lang als Eremitin in strengster Entsagung und Buße lebte und wo sie auch starb, und die Zelle, in der sie weilte und dahinschied, ist das Zentrum der Verehrung dieser Dienerin Gottes. Dort ist auch der Garten, wo sie auf Geheiß der Äbtissin einen trockenen Weinstock einsetzte, der wider jeglichen Erwartens grünte und blühte. Daher auch ihr Beiname »Heilige des Unmöglichen«. Zu den Hauptzielen der Wallfahrt nach Cascia gehört die ihr geweihte Basilika, wo ihr unverwester Körper in einer Kristallurne aufbewahrt ist.

Geprägt vom Elternhaus


Zurück nach Roccaporena. Hier steht das Elternhaus, wo sie der Überlieferung nach auf die Welt kam. Wahrscheinlich ist das, was die Pilger heute besuchen, eine Rekonstruktion, denn das originale Gebäude fiel am 6. November 1599 frühmorgens mit allen Häusern einem Erdbeben zum Opfer, wurde aber mit allen anderen wiederhergestellt und hat die Nummer 44. Man kann annehmen, dass es genauso aussieht, wie ihr ursprüngliches Elternhaus, denn früher gab es keine wesentlichen Änderungen bei den Grundrissen und in der Bauweise. Man betritt es durch einen nicht allzu großen Vorraum, von dem man in die Küche kommt. Der große Kamin in der Ecke war sicher der Mittelpunkt des Familienlebens. Der große Kupfertopf, der hier hängt, erinnert an die einfachen Speisen, die man damals zubereitete. Dieser und eine Amphore, wohl für das Wasser, gemahnen an das karge Leben, das man damals in diesem kleinen Dorf in den Apenninen führte. In der Vitrine an der Seite kann man Keramik- und Metallutensilien aus dieser Zeit zwischen dem Spätmittelalter und der beginnenden Renaissance sehen. [...]
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