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| Ausstellung in der Galleria Borghese in Rom zu Ovids Metamorphosen |
Das Hauptwerk antiker Poesie in der Kunst |
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Blick in die Ausstellungsräume Foto: © Galleria Borghese |
Von Brigitte Kuhn-Forte
Ovids zwischen 2 und 8 n. Chr. verfasste monumentale Dichtung Metamorphosen (Verwandlungen) gehört zu den Hauptwerken der Weltliteratur, mit rund 250 elegant, lebhaft und geistreich wiedergegebenen Erzählungen eine regelrechte »Enzyklopädie der klassischen Mythologie«.
Publius Ovidius Naso (43 v. Chr.-17/18 n. Chr.) gehörte zum engen intellektuellen Kreis um Kaiser Augustus und genoss höchsten Ruhm, bis letzterer ihn 8 n. Chr. aus nicht präzis nachvollziehbaren Gründen in das entlegene Tomis am Schwarzen Meer (nun Konstanza in Rumänien) verbannte, wo er einsam und traurig starb. Die gewaltige Leistung der Metamorphosen, ca. 12.000 Hexameter-Verse in 15 Büchern, aber überlebte ihn und ist bis heute aktuell. Im Mittelalter war es das bekannteste literarische Werk der Antike. 1497 erschien in Venedig die erste gedruckte Fassung in italienischer Sprache. Die Wirkung in der Literatur setzte sich auch nach der Blüte im Barockzeitalter fort.
Unerschöpfliches Repertoire
Auch in der bildenden Kunst war und ist der Einfluss der Metamorphosen aufgrund der Faszination antiker Mythen und des attraktiven Hauptmotivs – den Verwandlungen von Menschen und niedrigen Göttern in Blumen, Bäume, Quellen, verbunden mit zumeist tragischen Liebesgeschichten – enorm. Diesen Aspekt untersucht Francesca Cappelletti, Direktorin der Galleria Borghese, in einem gemeinsamen wissenschaftlichen Projekt mit Frits Scholten vom Rijksmuseum Amsterdam in einer raffinierten Ausstellung, die in eigenständiger Form in Holland zu sehen war. Über 80 bedeutende Kunstwerke nach ausgewählten mythologischen Erzählungen Ovids, aus europäischen und amerikanischen Museen und privaten Sammlungen führen vor Augen, welch unerschöpfliches Repertoire die Metamorphosen für die Künstler seit der Antike bis in die Moderne bieten.
Capelletti erklärt, wie eng die außergewöhnlich anmutende Wahl des antiken Epos mit der Galleria Borghese verbunden ist: nicht nur befindet sich hier das emblematische Kunstwerk einer Verwandlung, Berninis weltbekannte Skulpturengruppe »Apoll und Daphne«, sondern die von Kardinal Scipione Borghese, Neffe Papst Pauls V., ab 1606 begründete suburbane Villa ist ein Beispiel für die Verwandlung von Natur in Kunst. Scipione war ein passionierter Sammler (großer Mäzen von Gianlorenzo Bernini); der ab den 1770er-Jahren kostbar im neoklassizistischen Geschmack erneuerte Palast war von Anbeginn als Museum konzipiert. [...]
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