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Apostolische Reise
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Kultur
Die Heiligen Umbriens – Rita von Cascia (Teil 3)

Wo Dornen zu Rosen werden

Wo Dornen zu Rosen werden
Die Kuppel der Basilika der heiligen Rita ist überreich mit Darstellungen von Engeln und Heiligen des Augustinerordens geschmückt
Foto: Birgit Pottler
Von Silvia Montanari

Die heilige Rita wurde in Roccaporena geboren, wo man heute noch ihr Elternhaus und viele andere Erinnerungen an sie bewundern kann. Ihr Herzensort war jedoch Cascia. Hierher wurde sie der Überlieferung nach eines Nachts, als sie auf dem »scoglio« in Roccaporena eindringlich betete und meditierte, vom heiligen Augustinus, von Johannes dem Täufer und dem heiligen Nikolaus von Tolentino, »im Flug« gebracht.

Sie versuchte lange in das Kloster der Augustinerinnen einzutreten, doch widersetzte sich die Äbtissin ihrem Wunsch. Vielleicht befürchte sie, dass es dem Ruf des Klosters schadete, wenn man eine Witwe aufnahm, deren Mann noch dazu ermordet worden war. Erst als Rita auf wundersame Weise von »ihrem« Felsen in Roccaporena nach Cascia zum Kloster der Augustinerinnen entrückt wurde, konnte ihr Wunsch erfüllt werden. Doch unterzog sie die Äbtissin harten Prüfungen. Sie übergab ihr beispielsweise einen trockenen Weinstock mit dem Auftrag, ihn zum Grünen zu bringen. Bald begann dieser – wider allen Erwartens – zu wachsen.

Ziel zahlloser Pilger

In diesem Kloster verbrachte die heilige Rita 40 Jahre ihres Lebens bis zu ihrem Tod, wobei das Gebet zu ihrer Waffe und zu ihrem Trost wurde. Sie kümmerte sich liebevoll um ihre Mitschwestern, Kranke, Arme und Alte, Kinder und Familien. Ihre Tugenden wurden bald außerhalb der Klostermauern bekannt, so dass sie schon zu Lebzeiten sehr beliebt war.

Sie starb am 22. Mai 1447 oder 1457. Wahrscheinlich war die Ursache ihres Todes Tuberkulose. Ferner litt sie 15 Jahre lang an den Folgen des Dornes in ihrer Stirn. Diesen soll sie der Überlieferung nach als Stigma während eines Gebets an einem Karfreitag empfangen haben.

Sie wurde zunächst in der sogenannten »cassa umile« (schlichter Sarg) im Kloster der Augustinerinnen beigesetzt, doch nie begraben, da immer wieder Gläubige hierher kamen und sie um Hilfe baten. Diese »cassa umile« wurde bei einem Brand (wohl im Jahr 1457) beschädigt, nicht doch ihr Leib, wie man erkannte, als man sie in die sogenannte »cassa solenne« (schmuckvoller Sarg) umbettete. Die »cassa solenne« ist heute in der Zelle des Augustinerinnenklosters, in dem sie starb, aufbewahrt. Der Sarkophag ist an einer Seite mit ihrer Liegefigur verziert. Man kann sie in ihrem Ordensgewand und dem weißen Schleier mit schwarzer Bordüre erblicken. Darunter kann man in der Mitte Jesus, sowie rechts vom Betrachter die heilige Rita und links wahrscheinlich die heilige Maria Magdalena erkennen. Ritas unversehrter Leib befindet sich heute jedoch in einem Glasschrein in der ihr geweihten Basilika in Cascia.

Als Ziel zahlloser Pilger, wurde dieses Gotteshaus zwischen 1937 und 1947 neu errichtet, ist also als modern anzusehen. Von dem Ursprünglichen, Kleinen – vielleicht im Hochmittelalter Entstandenen – ist heute nichts mehr übrig. Es befand sich wohl an der gleichen Stelle und wurde im Jahr 1615 durch ein Neues ersetzt. Möglicherweise wieder infolge eines Brandes vernichtet, baute man es zwischen 1634 und 1632 neu auf. Im Jahr 1904 saniert, wurde es etwa zwanzig Jahre später durch die heutige Kirche ersetzt. [...]
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