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| Auf den Spuren Jesu im Heiligen Land – Der Ort der Auferstehung |
Ein leeres Grab in einem blühenden Garten |
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| Kardinal Pierbattista Pizzaballa, Lateinischer Patriarch von Jerusalem, am Salbungsstein, den die Franziskaner auch heute noch mit kostbarem Nardenöl beträufeln. |
Von P. Francesco Patton OFM, ehemaliger Kustos des Heiligen Landes
»An dem Ort, wo man ihn gekreuzigt hatte, war ein Garten und in dem Garten war ein neues Grab, in dem noch niemand bestattet worden war. Wegen des Rüsttages der Juden und weil das Grab in der Nähe lag, setzten sie Jesus dort bei« (Joh 19,41-42). Das berichtet der Evangelist Johannes. Während wir uns im letzten Artikel auf Golgota und das Kreuz konzentriert haben, ist jetzt der Moment gekommen, die Aufmerksamkeit auf jene Orte zu richten, die mit Tod, Grablegung und Auferstehung des Herrn verbunden sind. Daher steigen wir von Golgota hinab in den Bereich der Rotunde, um die Orte zu entdecken, die mit den Bestattungsritualen, der Grablegung Jesu und den ersten Erscheinungen des Auferstandenen in Verbindung stehen.
Nicht ohne Grund wird die Grabeskirche in den Ostkirchen als »Anastasis« bezeichnet, das heißt als Ort der Auferstehung. Dabei handelt es sich nicht um ein Mausoleum zum Gedenken an einen Verstorbenen, sondern um ein leeres Grab. Gerade deshalb ist es das wichtigste Grab überhaupt, weil es ein ewiges Zeugnis für den Sieg über den Tod ist. Denn wie der heilige Petrus in der Apostelgeschichte erklärt (2,27), wurde Jesus nicht der Unterwelt preisgegeben, noch schaute er die Verwesung (vgl. Ps 16,10, den die Apostelgeschichte in der Version der »Septuaginta« zitiert).
Der Garten der neuen Schöpfung
Um die Geschichte des Ortes zu verstehen, müssen wir noch einmal das Johannesevangelium heranziehen. Die Archäologie bestätigt, dass das Areal – ein teilweise als Friedhof benutzter ehemaliger Steinbruch – im ersten Jahrhundert auch Grünzonen und Gärten aufwies. Das Grundstück gehörte wahrscheinlich Josef von Arimathäa, einem führenden Mitglied des Hohen Rates, der wohlhabend genug war, sich ein aufwändiges Grab leisten zu können. So schreibt der Franziskanerarchäologe Virgilio Corbo 1981 in seinem Buch über die Grabeskirche: »Der Brauch, in Gärten oder auf dem Land Familiengräber anzulegen, ist in Palästina zur Zeit Christi reichlich belegt. Daher ist es nicht verwunderlich, derartige Gräber auch im Garten am Fuße des Golgota-Kalvarienbergs zu finden, zumal der zu einem Garten umgestaltete Steinbruch an den Seiten von wunderschönen Wänden aus Meleke-Kalkstein umgeben war, in denen die Besitzer leicht Grabstätten anlegen konnten. Die wunderbare Stelle bei Johannes (20,11-18) spielt in diesem von Felswänden umgebenen Garten. Dort befanden sich die Grabstätten, verschlossen mit großen Steinblöcken, die den Mahlsteinen der Olivenpressen ähnelten. Als Maria Magdalena jemanden dort sah, hielt sie diese Person für den Gärtner, den sie nicht kannte, während sie den Besitzer des Gartens sehr gut kannte!« [...]
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