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Schätze in der
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Schätze in der Vatikanischen Bibliothek

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Kultur
Apostolische Reise nach Spanien

Intellektuelle, Heilige, Dichter und Missionare

Der Augustinerorden in Spanien
Intellektuelle, Heilige, Dichter und Missionare
Seit 1885 wirken die Augustiner im Escorial, einem der größten Klosterkomplexe der Christenheit.
Von Sergio Rodríguez López-Ros, Mitglied der »Real Academia de la Historia«

Man kann die Geschichte Spaniens nicht verstehen, wenn man den Einfluss übersieht, den die Orden auf Kultur, Bildung und Spiritualität hatten. Zu ihnen gehören auch die Augustiner. Vom Mittelalter bis in das 21. Jahrhundert waren und sind sie Protagonisten in der Evangelisierung, in Unterricht und Lehre, im Denken und sozialen Handeln mit einem dichten Netz an Klöstern. Wenige Jahre nach der offiziellen Anerkennung durch Papst Innozenz IV. im Jahr 1244 kamen die Augustiner in das Gebiet der »reinos españoles« durch Klostergründungen in den Königreichen Kastilien (Burgos, 1260) und Aragon (Barcelona, 1309). Die Ankunft der Augustiner in Salamanca (1270) war von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung der viertältesten Universität Europas (nach Bologna, Oxford und Paris). Die Präsenz am kastilischen Königshof (Valladolid, 1297) verlieh dem Orden beträchtlichen politischen Einfluss. Im Rahmen der nach Süden vordringenden »Reconquista« unterstützte König Ferdinand IV. ihre Niederlassung in Andalusien (Sevilla, 1312). In kurzer Zeit integrierten sie sich in das intellektuelle und religiöse Leben des Landes durch ihre Verbindung zu Universitäten, Kathedralen und Königshöfen.

Die spanische Monarchie förderte das Wachstum des Ordens, vor allem im Bereich der Bildung und der Mission. Die katholischen Könige betrauten ihn mit der Evangelisierung Asiens, insbesondere der Philippinen, das seit 1565 eine spanische Kolonie war. Sie legten das Fundament für die Tatsache, dass die Philippinen auch heute noch das Land mit dem höchsten Anteil an Katholiken auf dem asiatischen Kontinent sind. Auch in Indien (1572) und in China (1575), wo sie als erster Orden hinkamen, spielten sie eine entscheidende Rolle. Das »Museo Oriental« im Augustinerkloster von Valladolid ist ein maßgeblicher Ort, wenn man die Evangelisierung Asiens verstehen will.

Die Augustiner gehörten zu den drei Ordensgemeinschaften, die die spanische Expansion auf dem amerikanischen Kontinent begleiteten. Seit dem 16. Jahrhundert brachen zahlreiche Ordensleute nach Mexiko, Peru und Kolumbien auf, unter ihnen große Missionare, Sprachwissenschaftler und Verteidiger der indigenen Bevölkerung. Bereits 1596 hatten sie die Universität San Fulgencio in Quito, Ecuador, gegründet.

Eine sehr wichtige Zeit in Bezug auf die Präsenz der Augustiner in Spanien fällt mit dem »Siglo de Oro«, dem spanischen »Goldenen Zeitalter«, zusammen. Zu den wichtigsten Intellektuellen jener Zeit gehörte der Augustiner Luis de León, einer der größten lyrischen Dichter Spaniens und Professor an der Universität von Salamanca. Seine Dichtungen werden auch heute zu den Meisterwerken der spanischen Literatur gezählt. Alle spanischen Schüler kennen seine berühmten Verse: »Qué descansada vida la del que huye del mundanal ruido…« [Wie ruhig ist das Leben dessen, der dem Lärm der Welt entflieht]. 

Auch die Heiligen aus dem Augustinerorden lebten in jenem Zeitraum: der Friedensstifter und Patron von Salamanca Juan de Sahagún (1430-1479), der Volksprediger Alfonso von Orozco (1500-1591) und der heilige Thomas von Villanova (1486-1555), bekannt als »Vater der Armen«. Dem Orden gehörten außerdem zahlreiche spanische Selige an, die während der Verfolgung der Kirche im 20. Jahrhundert das Martyrium erlitten. Im silbernen Brustkreuz, das Leo XIV. trägt, befindet sich die Reliquie einer dieser Seligen.  [...]
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