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Ein Schlüsselwerk der
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Apostolische Reise
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Apostolische Reise in die Türkei und den Libanon
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Aus dem Vatikan
Pastoralbesuch in der Pfarrei »Maria Regina Pacis« in Ostia Lido

Sehnsucht nach einem Leben in Fülle und Freiheit

Homilie von Papst Leo XIV. am 15. Februar
Sehnsucht nach einem Leben in Fülle und Freiheit
Bei der heiligen Messe in »Santa Maria Regina Pacis« in Ostia erinnerte der Papst daran, dass Versöhnung, Respekt und die Kraft des Evangeliums auch dort, wo Gewalt und Kriminalität den Alltag prägen, Herzen öffnen und Leben verändern können.
Liebe Brüder und Schwestern,

es ist mir eine große Freude, hier zu sein und mit eurer Gemeinde die Bedeutung der Geste zu feiern, der der Sonntag (»dies dominica«, ital. »domenica«) seinen Namen verdankt. Er ist »der Tag des Herrn« (»dies Domini«), weil der auferstandene Jesus in unsere Mitte kommt, uns zuhört und zu uns spricht, uns nährt und uns aussendet. So verkündet uns Jesus im Evangelium, das wir heute gehört haben, ja auch sein »neues Gesetz«: nicht nur eine Lehre, sondern die Kraft, sie auch umzusetzen. Es ist die Gnade des Heiligen Geistes, die die Gebote des Alten Bundes unauslöschlich in unser Herz einschreibt und sie zur Vollendung führt (vgl. Mt 5,17-37).

Nach dem Auszug aus Ägypten hatte Gott durch die Zehn Gebote den Bund mit seinem Volk besiegelt, in denen er einen Lebensentwurf und einen Weg des Heils anbot. Die »Zehn Worte« sind also als Teil eines Wegs der Befreiung zu verstehen, durch den eine Gruppe getrennter und unterdrückter Stämme zu einem geeinten und freien Volk wird. So erscheinen diese Gebote auf dem langen Weg durch die Wüste als Licht, das den Weg weist. Deren Einhaltung wird weniger als formale Erfüllung von Vorschriften verstanden und vollzogen, sondern vielmehr als Akt der Liebe, als dankbare und vertrauensvolle Antwort auf den Herrn des Bundes. Das Gesetz, das Gott seinem Volk schenkt, steht also nicht im Widerspruch zu seiner Freiheit; vielmehr ist es die Voraussetzung dafür, dass diese Freiheit sich entfalten kann.

So laden uns die erste Lesung aus dem Buch Sirach (vgl. 15,16-21) und Psalm 118, mit dessen Gesang wir auf die Lesung geantwortet haben, dazu ein, in den Geboten des Herrn kein unterdrückendes Gesetz zu sehen, sondern seine Pädagogik für die Menschheit, die sich nach einem Leben in Fülle und Freiheit sehnt.

Diesbezüglich finden wir am Anfang der Pastoralkonstitution Gaudium et spes eine der schönsten Stellen in den Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils, wo man gleichsam durch das Herz der Kirche das Herz Gottes schlagen spürt. So sagt das Konzil: »Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi. Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall fände« (Zweites Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution Gaudium et spes). [...]
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