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aktuelle Doppelausgabe 28-29/2026
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Die Themen
des Osservatore Romano
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Aus dem Vatikan
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Kirche in der Welt
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Kultur
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| Aus dem Vatikan |
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| Ansprache von Papst Leo XIV. beim Angelusgebet am Sonntag, 5. Juli |
Schule der Freiheit in der Nachfolge Christi |
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| Papst Leo XIV. hat sein letztes sonntägliches Angelusgebet vor der Sommerpause gehalten. Vor rund 18.000 Pilgern und Besuchern legte der Papst in seiner Ansprache das Sonntagsevangelium aus, danach grüßte er Pilgergruppen aus verschiedenen Ländern. |
Liebe Brüder und Schwestern, einen schönen Sonntag!
Das Evangelium der heutigen Liturgie (Mt 11,25-30) lädt uns dazu ein, in den Lobpreis einzustimmen, den Jesus dem Vater, dem »Herrn des Himmels und der Erde« (vgl. V. 25), entgegenbringt. Der Mensch gewordene Sohn Gottes offenbart seine Liebe, indem er jedes Geschöpf in diese Danksagung einbezieht.
Die Einfachheit einer so spontanen und freudigen Geste entspricht der Art Gottes, der es liebt, sich den »Unmündigen« zu offenbaren, während er »den Weisen und Klugen« verborgen bleibt (vgl. V. 25). Diese sind nämlich so sehr von ihren eigenen Ideen eingenommen, dass sie die Gegenwart Christi nicht erkennen, des Messias, der sein Volk besucht. Menschliche Weisheit wird dann zu Arroganz, und die Lehre verkommt zu Hochmut. Die wahre Weisheit Gottes offenbart sich hingegen in der Demut des Fleisches, und seine Unterweisung richtet sich an jene, die sich am schwersten tun: »Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid« (V. 28), sagt der Herr. Zu Jesus zu gehen bedeutet, auf seine Liebe zu antworten und sein Leben bis zum Kreuz zu teilen, wie er uns selbst erklärt hat: »Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach« (Mt 16,24). Eben diese Selbsthingabe aus Liebe ist das »Joch« Jesu (vgl. Mt 11,29), das heißt die Zusammenfassung seiner Lehre, das Herzstück seiner Weisheit, voll brennender Liebe zu allen.
Brüder und Schwestern, wie kann die Last des Kreuzes »leicht« und »sanft« sein (vgl. V. 30)? Aus einem einzigen Grund: weil der Herr sie als Erster und gemeinsam mit uns allen trägt, ohne uns jemals mit dem allein zu lassen, was uns niederschlägt. Als wahrer Meister nimmt Jesus die vom Bösen verwundete Menschheit auf sich, um sich ihrer anzunehmen. Die Weisheit, die er uns schenkt, ist somit eine Heilsbotschaft und sein Joch hilft uns, nach jedem Sturz wieder aufzustehen. In der Nachfolge Christi ist unser Weg also keine abtötende asketische Übung: Er ist eine Schule der Freiheit, die das Drama der Geschichte ernst nimmt und stets ihren Sinn erhellt, vor allem in den dunkelsten Momenten. Denn nur am Kreuz Jesu wird das Böse erlöst: Nur in seinem Leiden findet unsere Todesmüdigkeit Trost und Erlösung. [...]
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