Hinweis für die Leser:
Wegen der Ferienzeit erscheint diese Ausgabe als Doppelnummer 30/31.
Die nächste Ausgabe – ebenfalls eine Doppelnummer (32/33) – trägt das Datum vom 13. August.
Redaktion und Verlag wünschen allen Leserinnen und Lesern eine gute und erholsame Zeit.
Unsere aktuelle Doppelausgabe 30-31/2010 mit folgenden Themen:
Aus dem Vatikan
Audienz für die Mitglieder des »Circolo San Pietro«
Konkretes Zeichen der Nächstenliebe des Papstes
Ansprache von Papst Benedikt XVI. am 26. Juni
Liebe Mitglieder des »Circolo San Pietro«!
Es ist mir eine Freude, euch bei dieser willkommenen Begegnung zu empfangen. Sie bietet mir die Gelegenheit, euch von neuem meine Wertschätzung auszusprechen für euer großherziges Wirken im Dienste des Heiligen Stuhls. Dieses Treffen findet kurz vor dem liturgischen Hochfest der hll. Petrus und Paulus statt und ermöglicht uns, gleichsam einen Vorgeschmack auf die Freude zu bekommen, die dieser so bedeutende Gedenktag in eurer ehrwürdigen Sodalität und in der ganzen Kirche hervorruft. Mit Zuneigung grüße ich euch alle, angefangen bei eurem Generalpräsidenten Graf Leopoldo Torlonia, dem ich für die freundlichen Worte danke, die er in euer aller Namen an mich gerichtet hat, wie auch euren geistlichen Assistenten.
Distanz zu den materiellen Gütern
Wir haben vor kurzem das Priester-Jahr abgeschlossen, eine Zeit der Gnade, in dessen Verlauf die Kirche besonders aufmerksam über die Gestalt des hl. Johannes Maria Vianney, des Pfarrers von Ars, nachdachte und an dessen 150. Todestag erinnerte.
Die Villen Roms – Grüne Oasen mit langer Tradition (2)
Villa Medici: Vom bewohnten Museum zur französischen Kaderschmiede
Für Johann Wolfgang von Goethe war sie Zuflucht, für Galileo Galilei Gefängnis und für viele junge französische Künstler ist sie die Wiege ihrer Karriere: Die Villa Medici auf dem Pincio in Rom hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Heute gestaltet sie als Sitz der Französischen Akademie in Rom die künstlerische Gegenwart und Zukunft Frankreichs mit.
Wer in der Villa auf einem der beiden »Belvedere« steht, dem liegt Rom zu Füßen: Gianicolo, Petersdom, Piazza del Popolo und Pantheon sind nur wenige der charakteristischen Punkte im Stadtbild, die von hier aus zu überblicken sind. Verständlich, daß dieser Ort bereits seit der Antike bevorzugt (vor)städtische Villen beherbergt – wenn auch mit jahrhundertelanger Unterbrechung.
Waren der Pincio und die in der Antike am heutigen Standort der Villa Medici angelegten Lukullischen Gärten dank zweier Aquädukte bis kurz vor dem Niedergang des Römischen Reiches noch üppig mit Wasser versorgt, so brach diese Versorgung mit dem Einfall der Goten im 5. Jahrhundert und der Zerstörung der römischen Wasserleitungen zusammen.
Das Stift St. Lambrecht – eine Abtei mit wechselvoller Geschichte
Seelsorgliches Zentrum und bedeutender Kulturträger
Inmitten herrlicher Landschaften und des österreichischen Naturparks Grebenzen liegt auf 1072 Metern Höhe das Stift St. Lambrecht. Vor über 930 Jahren errichtete hier Graf Markward von Eppenstein sein Hauskloster. Damals dachte noch niemand daran, diese Region von 22.000 Hektar zur Erholung der gehetzten Menschen zu nutzen. Dem Grafen und vor allem seinem Sohn und Nachfolger Herzog Heinrich III. ging es um das Seelenheil. Sie wollten einen Ort in ihrem Lande haben, an dem für sie gebetet werde. So tat vor allem der Herzog alles in seinen Kräften Stehende, um dem Stift durch Schenkungen eine sichere Zukunft zu geben.
Markward errichtete sein Kloster in der Nähe der etwa 1066 erstmals erwähnten »Kirche des hl. Lambert im Walde«. Sein Sohn, Herzog Heinrich III., erlangte 1096 die kaiserliche Bestätigung seines Hausklosters, das er in den folgenden Jahren reich ausstatte.
Castel Gandolfo. Der Heilige Vater verbringt seinen Sommerurlaub in Castel Gandolfo. Es ist eine Zeit der Erholung vom dichten Terminkalender des Apostolischen Palastes, in der keine Audienzen stattfinden – die Generalaudienzen beginnen wieder am 4. August. Der Tagesablauf ist geprägt von Meditation und Gebet, dem Hören von Musik, Klavierspiel, langen Spaziergängen am späten Nachmittag. Aber es sind keineswegs arbeitsfreie Tage. Der Heilige Vater erledigt die umfangreiche Korrespondenz und studiert die Akten, die ihm aus dem Vatikan an seinen Sommersitz gebracht werden. Zudem sind die beiden inneritalienischen Pastoralbesuche in Carpineto Romano (5. September) und Palermo (3. Oktober) vorzubereiten, wie auch die Apostolischen Reisen nach Großbritannien (16.–19. September) und Spanien (6.–7. November).
Eucharistiefeier in Lissabon auf dem »Terreiro do Paço«
Es ist schön, ein Freund Jesu zu sein
Homilie von Papst Benedikt XVI. am 11. Mai
Liebe Brüder und Schwestern!
Liebe junge Freunde!
»Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; […] und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt« (Mt 28,19.20). Diese Worte des auferstandenen Christus haben hier in der Stadt Lissabon eine besondere Bedeutung, von wo in großer Zahl Generationen und Generationen von Christen – Bischöfe, Priester, Gottgeweihte und Laien, Männer und Frauen, junge und weniger junge Menschen – aufgebrochen sind und dem Ruf des Herrn folgten. Sie waren bloß mit dieser Gewißheit ausgestattet, die er ihnen hinterlassen hat: »Ich bin bei euch alle Tage.« Portugal hat sich durch seinen Dienst für die Verbreitung des Glaubens einen Ruhmesplatz inmitten der Nationen erworben: In den fünf Erdteilen gibt es Ortskirchen, die von der portugiesischen Missionstätigkeit herrühren.