Unsere aktuelle Ausgabe 35/2010 mit folgenden Themen:
Aus dem Vatikan
Generalaudienz im Innenhof des Apostolischen Palastes von Castel Gandolfo am 25. August
Keine Angst haben vor der Wahrheit
Liebe Brüder und Schwestern!
Im Leben eines jeden von uns gibt es sehr liebe Menschen, denen wir uns besonders nahe fühlen. Einige sind schon bei Gott, andere teilen noch den Lebensweg mit uns: Es sind unsere Eltern, Verwandten, Lehrer; es sind Menschen, denen wir Gutes getan haben oder die uns Gutes getan haben; es sind Menschen, von denen wir wissen, daß wir auf sie zählen können. Jedoch ist es wichtig, auch »Weggefährten« auf dem Weg unseres christlichen Lebens zu haben: Ich denke an den geistlichen Begleiter, den Beichtvater, an Menschen, mit denen man seine Glaubenserfahrung teilen kann, aber ich denke auch an die Jungfrau Maria und an die Heiligen. Jeder sollte einen Heiligen haben, der ihm vertraut ist, um in Gebet und Fürbitte seine Nähe zu spüren, aber auch, um ihn nachzuahmen. Daher möchte euch einladen, die Heiligen besser kennenzulernen, angefangen bei dem, dessen Namen ihr tragt, seine Lebensbeschreibung und seine Schriften zu lesen. Seid gewiß, daß sie gute Führer werden, um den Herrn noch mehr zu lieben, und wertvolle Hilfen für euer menschliches und christliches Leben.
Die Villen Roms – Grüne Oasen mit langer Tradition (3)
Villa Borghese – ein Park mit großer Attraktion
»Borghese«: Der Name steht für eine Papstfamilie, für eines der bekanntesten römischen Adelsgeschlechter und für eine der einst bedeutendsten privaten Kunstsammlungen der Welt. Für die heutigen Römer und Generationen von Touristen aber steht »Borghese« vor allem für Erholung von Alltag oder Sightseeing – und das mitten in der Stadt. Die Villa Borghese, nur wenige hundert Meter von der Spanischen Treppe und noch weniger weit von der Piazza del Popolo entfernt, ist der Inbegriff des öffentlichen Parks in Rom – mit langer Tradition.
Scipione Caffarelli-Borghese ist der Gründervater der Villa Borghese in der Form, in der sie zumindest in weiten Teilen noch heute besteht. 1608 begann der einflußreiche Kardinal – Neffe des ebenfalls aus der Familie Borghese stammenden Papstes Paul V. –, auf dem Stadthügel Pincio eine Stadtvilla anzulegen.
England bereitet sich auf den Empfang von Papst Benedikt XVI. vor
Von Herz zu Herz
Von Vincent Gerard Nichols, Erzbischof von Westminster, Präsident der Bischofskonferenz von England und Wales (Großbritannien)
Der Besuch von Benedikt XVI. im Vereinigten Königreich ist zweifellos ein historisches Ereignis. Die Einladung erging von seiten Ihrer Majestät Königin Elisabeth II., die den Papst am kommenden 16. September bei seiner Ankunft in Edinburgh persönlich empfangen wird. Dieser Besuch ist ein Zeichen für eine neue Phase in der langen und komplexen Geschichte der Beziehungen zwischen den Monarchen dieser Erde und dem Papsttum.
Der Papst und die Königin teilen einige tiefe Sorgen: um das Wohlergehen der Völker der Welt, die Rolle der christlichen Werte und der christlichen Erziehung, die Wichtigkeit von stabilen Institutionen zum Wohl der Gesellschaft.
Von Grégor Puppinck, Direktor des »European Centre for Law and Justice« (Straßburg)
Nachdem Italien vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen der Anbringung von Kreuzen in öffentlichen Schulen verurteilt worden war, da dies als Verstoß gegen die Menschenrechte anzusehen sei, hat der Fall Lautsi in Europa großes Aufsehen erregt. Um seine Entscheidung auf eine gesetzliche Grundlage zu stellen, hat der Gerichtshof eine neue Pflicht eingeführt, nach der der Staat »in öffentlichen Schulen die Neutralität in Glaubensdingen zu wahren hat«. Der Gerichtshof fügte hinzu, daß nicht zu erkennen sei, »wie die Anbringung eines Symbols, das normalerweise mit dem Katholizismus (mehrheitliche Religion in Italien) in Verbindung gebracht werde, in den Klassen öffentlicher Schulen, dem Pluralismus in der Erziehung dienen könne, die grundlegend sei für die Bewahrung einer ›demokratischen Gesellschaft‹, wie sie in der Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten verstanden werde.«
Programm der Papstreise nach Großbritannien
vom 16. bis 19. September
Donnerstag, 16. September
8.10 Uhr Abflug vom Flughafen Rom-Ciampino nach Edinburgh
10.30 Uhr Ankunft auf dem Internationalen Flughafen von Edinburgh; offizielle Begrüßung auf dem Flughafen
11.00 Uhr Willkommenszeremonie im Königlichen Palast »Holyroodhouse« in Edinburgh Höflichkeitsbesuch bei Ihrer Majestät Elizabeth II., Königin des Vereinigten Königreichs, im Königlichen Palast »Holyroodhouse« in Edinburgh
11.40 Uhr Begegnung mit Autoritäten im Park des Königlichen Palastes »Holyroodhouse« in Edinburgh. Ansprache des Papstes
13.00 Uhr Mittagessen mit dem Päpstlichen Gefolge in der Erzbischöflichen Residenz in Edinburgh
17.15 Uhr Heilige Messe im Bellahouston Park in Glasgow. Predigt des Papstes
20.00 Uhr Abflug vom Internationalen Flughafen Glasgow nach London
21.25 Uhr Ankunft auf dem Internationalen Flughafen London-Heathrow