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Aus dem Vatikan
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| Apostolische Reise nach Mexiko und Kuba |
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| Zum Abschluß der Apostolischen Reise von Papst Benedikt XVI. nach Mexiko und Kuba |
| Wahrheit und Freiheit |
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Im Zeichen des Binoms Wahrheit und Freiheit hat der Papst seinen Besuch auf Kuba abgeschlossen. Damit ist seine dritte Reise auf den amerikanischen Kontinent zu Ende gegangen, die 23. Apostolische Auslandsreise des Pontifikats. In diesen sechs Tagen konnten mindestens anderthalb Millionen Mexikaner und über eine halbe Million Kubaner Benedikt XVI. – auf den Straßen und in den liturgischen Feiern – direkt sehen. Und wieder war der Weg des Papstes übersät mit wiederholten Bezeigungen echter Zuneigung und Begeisterung gegenüber einem Papst, der durch seine zurückhaltende Freundlichkeit immer mehr Menschen anzieht.
Wahrheit und Freiheit sind also die Worte, die Benedikt XVI. dem gesamten kubanischen Volk anvertraut hat, 15 Jahre nachdem sein Vorgänger die Karibikinsel besucht und dazu aufgerufen hatte, daß Kuba sich der Welt und die Welt sich Kuba öffnen möge. Seitdem wurden einige Schritte auf diese Öffnung hin gemacht, die gewiß nicht einfach ist, auch aufgrund der internationalen Beziehungen, zu denen in den letzten Jahren noch die Weltwirtschaftskrise hinzugekommen ist. Jetzt muß sie jedoch weiter vorangehen, wie der Papst in der Predigt während der Messe in Havanna und in seiner Abschiedsansprache ausdrücklich gesagt hat.
Im Herzen der alten Hauptstadt, auf dem Platz der Revolution, hat Benedikt XVI. die Messe gefeiert –
zu Füßen des riesigen Denkmals, das dem kubanischen Nationalhelden José Martí bereits unter der Diktatur von Fulgencio Battista errichtet wurde, und gegenüber von enormen Bildern der Protagonisten der Erhebung, in der dieser gestürzt wurde. Und eben an diesem symbolträchtigen Ort sagte der Papst, daß die Wahrheit echte Suche verlangt, um Skeptizismus und Relativismus, aber auch Irrationalität und Fanatismus zu überwinden.
Glaube und Vernunft – so hat Benedikt XVI. daher wiederholt – ergänzen einander bei dieser Suche, um zumindest zu den Grundlagen einer Ethik zu gelangen, die die »unverletzliche Würde des Menschen« anerkennt und Kulturen und Religionen, Autoritäten und Bürger, Gläubige und Nichtgläubige einander näherbringen kann. Es ist also nicht bedeutungslos, daß auch diese Themen zur Sprache gekommen sind bei der Begegnung mit Fidel Castro, der vom Papst in privater Form in der Nuntiatur von Havanna empfangen wurde.
Die Kirche ihrerseits bietet mit Freundschaft und Vertrauen den Weg Christi an, und daher fordert sie zusammen mit den Grundrechten die volle Gewährleistung des Rechts auf Religionsfreiheit – ohne Privilegien und Ansprüche ihrerseits, in einer Gesellschaft, die der Heilige Stuhl endlich erneuert und versöhnt sehen möchte, damit »Kuba das Haus aller und für alle Kubaner sei, in dem Gerechtigkeit und Friede in einer Atmosphäre unbeschwerter Brüderlichkeit wohnen«, wie der Papst nachdrücklich zusammenfaßte, als er sich von dem Land verabschiedete. Und ohne Umschweife forderte er es zu einer weiteren tiefgreifenden und entscheidenden Öffnung auf: der Öffnung gegenüber der Person Christi.
Mit der Verkündigung des Evangeliums ist also diese Reise Benedikts XVI. auf den amerikanischen Kontinent zu Ende gegangen. Er hat sie mit dem ihm eigenen milden und zurückhaltenden Mut durchgeführt, um den Glauben in Mexiko und in Kuba zu stärken und einen realistischen und vertrauensvollen Blick auf die Zukunft der beiden Länder und des gesamten Kontinents anzubieten. Es war eine rundum gelungene Reise. Und mit einem Adjektiv, das der Papst der Reise seines Vorgängers auf die Karibikinsel vorbehalten hat, kann auch sie bereits als historisch bezeichnet werden.
[...]
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