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Apostolische Reise nach Bahrain 2022
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Aus dem Vatikan
Generalaudienz auf dem Petersplatz am 16. November

Die Trostlosigkeit ist wie ein Weckruf der Seele

Die Trostlosigkeit ist wie ein Weckruf der Seele
Neben Pilgern und Besuchern aus aller Welt waren bei der Generalaudienz auch gemeldete Pilgergruppen aus Eining und Rottweil sowie eine Studienreisegruppe aus Karlsruhe (Bundesrepublik Deutschland) anwesend. Aus der Republik Österreich nahm eine Delegation der Arbeitsgemeinschaft katholischer Verbände und des Österreichischen Cartellverbandes in Begleitung von Militärbischof Dr. Werner Freistetter und dem Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz, Msgr. DDr. Peter Schipka, an der Mittwochsaudienz teil
Foto: Tiziana Fabi/AFP
Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag, herzlich willkommen!

Heute nehmen wir die Katechesen zum Thema der geistlichen Unterscheidung wieder auf. Wir haben gesehen, wie wichtig es ist, zu erkennen, was in uns vorgeht, um keine voreiligen Entscheidungen zu treffen, aus einer spontanen Gefühlsregung heraus, um es später nicht zu bereuen, wenn es schon zu spät ist. Also erkennen, was geschieht, und dann Entscheidungen treffen.

Fortschritt im geistlichen Leben

In diesem Sinne kann auch der geistliche Zustand, den wir als »Trostlosigkeit« bezeichnen – wenn im Herzen alles dunkel, traurig ist –, dieser Zustand der Trostlosigkeit kann Gelegenheit zum Wachstum sein. Denn wenn nicht etwas Unzufriedenheit vorhanden ist, etwas heilsame Traurigkeit, eine gesunde Fähigkeit, in Einsamkeit zu verharren und bei uns selbst zu sein, ohne zu fliehen, laufen wir Gefahr, immer an der Oberfläche der Dinge zu bleiben und nie mit dem Kernpunkt unseres Daseins in Berührung zu kommen. Die Trostlosigkeit ruft eine »Erschütterung der Seele« hervor: Wenn man traurig ist, dann ist das wie ein Weckruf der Seele; es hält uns wach, es fördert Wachsamkeit und Demut und schützt uns vor dem Hin und Her der Laune. Das sind unverzichtbare Voraussetzungen für den Fortschritt im Leben und daher auch im geistlichen Leben. Wenn eine vollkommene, aber »sterile« Gelassenheit, ohne Gefühle, zum Kriterium von Entscheidungen und Verhaltensweisen wird, macht diese uns unmenschlich.

Wir können nicht umhin, auf die Gefühle zu achten: Wir sind menschlich, und das Gefühl ist ein Teil unserer Menschlichkeit; ohne die Gefühle zu verstehen, wären wir unmenschlich, ohne die Gefühle zu leben, wären wir auch gleichgültig gegenüber dem Leiden der anderen und unfähig, unser eigenes Leiden anzunehmen. Außerdem erlangt man eine solche »vollkommene Gelassenheit« nicht auf diesem Weg der Gleichgültigkeit. Diese sterile Distanzierung: »Ich mische mich nicht in die Dinge ein, ich distanziere mich.« Das ist kein Leben, das ist so, als lebten wir in einem Labor, abgekapselt, um keine Bakterien, keine Krankheiten zu bekommen. Für viele heilige Männer und Frauen war die Unruhe ein entscheidender Antrieb, um dem eigenen Leben eine Wende zu geben.

Diese künstliche Gelassenheit geht nicht, gut ist dagegen die gesunde Unruhe, das unruhige Herz, das Herz, das versucht, einen Weg zu suchen. Das ist zum Beispiel so beim heiligen Augustinus von Hippo oder bei Edith Stein oder Giuseppe Benedetto Cottolengo oder Charles de Foucauld. Die wichtigen Entscheidungen haben einen Preis, den das Leben aufzeigt, einen Preis, der für alle erschwinglich ist. Das heißt, die wichtigen Entscheidungen kommen nicht aus der Lotterie, nein; sie haben einen Preis, und du musst diesen Preis bezahlen. Es ist ein Preis, den du mit deinem Herzen machen musst, es ist ein Preis der Entscheidung, ein Preis, für den man sich etwas anstrengen muss. Es ist nicht umsonst, aber es ist ein Preis, der für alle erschwinglich ist. Wir alle müssen diese Entscheidung bezahlen, um aus dem Zustand der Gleichgültigkeit, die uns immer niederdrückt, herauszukommen.

Die Trostlosigkeit ist auch eine Einladung zur Unentgeltlichkeit, um nicht immer nur im Hinblick auf eine emotionale Vergütung zu handeln. Trostlos zu sein gibt uns die Möglichkeit zu wachsen, eine reifere, schönere Beziehung zum Herrn und zu den Menschen, die uns am Herzen liegen, zu knüpfen, eine Beziehung, die sich nicht auf einen reinen Austausch von Geben und Haben beschränkt. Denken wir zum Beispiel an unsere Kindheit denken wir darüber nach: Als Kinder gehen wir oft zu den Eltern, um etwas von ihnen zu bekommen: Spielzeug, Geld für ein Eis, eine Erlaubnis …Und so gehen wir nicht zu ihnen um ihrer selbst willen, sondern aufgrund eines Interesses. Aber das größte Geschenk sind sie selbst, die Eltern, und das verstehen wir, wenn wir älter werden. [...]
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