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Apostolische Reise
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Apostolische Reise nach Rumänien 2019
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Kultur

Zu neuem Leben erwecktes Aquädukt

Die imposante Fassade des Mosesbrunnens an der Piazza San Bernardo auf dem Quirinalshügel.
Der Mosesbrunnen, auch »Acqua Felice« genannt, sticht dem Betrachter nicht zuletzt wegen seiner unharmonischen Proportionen ins Auge. Mitten im brandenden Verkehr an der Piazza San Bernardo gelegen, wissen die wenigsten Rombesucher – den Einheimischen geht es nicht besser – über die Geschichte und Entstehung dieser etwas klobigen und unausgewogenen Fassade Bescheid.

Von Silvia Montanari

Wer sich vorgenommen hat, Rom einmal gemütlich und ohne Hast zu »erwandern«, sollte auf der Via XX Settembre vom Quirinalspalast zur Porta Pia spazieren. Der Verkehr wird dieses Unternehmen zwar erschweren, doch lohnen wunderbare Kirchen, Kunstwerke und malerische Brunnen die Mühe. Gleich nach dem Kastorenbrunnen am Quirinalsplatz erhebt sich auf der rechten Seite (eben in Richtung Porta Pia) das Gotteshaus Sant’Andrea al Quirinale von Gian Lorenzo Bernini (1598-1680). Ein paar Schritte weiter liegt San Carlo oder »Carlino« (wegen seiner geringen Ausmaße) alle Quattro Fontane, ein Kleinod der Barockarchitektur, vom »Konkurrenten« Berninis, Francesco Borromini (1599-1667), geplant. Die vier Brunnen an der Straßenkreuzung dort sollte man nicht übersehen, hängen sie doch – ebenso wie der Kastorenbrunnen – an der »Acqua Felice«, einer antiken Wasserleitung, die Sixtus V. (Felice Peretti, 1585-1590) zu neuem Leben erweckte.

Geht man weiter, stößt man nach einiger Zeit an der Ecke der Via XX Settembre mit dem Largo di Santa Susanna auf den Mosesbrunnen, eben dem Endpunkt der »Acqua Felice« mit der imposanten Fassade, der sofort die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Leider macht es der hier unentwegt pulsierende Verkehr etwas kompliziert, dieses Ensemble zu genießen.

Wasserversorgung in der Ewigen Stadt

Sixtus V. beschloss gleich nach seiner Wahl 1585, die römische Wasserleitung »Acqua Alessandrina«, die aus der Gegend um Palestrina kam, wieder in Stand zu setzen. Ein Grund dafür war, die höher gelegenen Gebiete Roms mit Wasser zu beliefern. Tatsächlich standen danach auf dem Esquilin, dem Viminal und dem Quirinal zahlreiche Brunnen zur Verfügung. Die wichtigste Triebfeder war aber, seine Villa – sie fiel leider der Spitzhacke zum Opfer, als man den Hauptbahnhof Termini baute – mit Wasser zu versorgen. Die Villa gibt es, wie gesagt, schon lange nicht mehr; die »Acqua Felice«, wie sie im Volksmund (nach dem Vornamen des Pontifex) heißt, funktioniert noch immer und speist Monumente wie den Kastorenbrunnen oder die »Quattro Fontane« mit dem köstlichen Nass.

Die »Acqua Alessandrina« ließ Kaiser Severus Alexander (222-235) um 226 n. Chr. bauen. Es war die elfte und letzte Wasserleitung, die in Rom entstand. Die Quellen lagen in der Gegend von »Pantano Borghese« bei Colonna in der Nähe von Praeneste (heute Palestrina). Ungefähr 22 Kilometer lang, führte sie zunächst unterirdisch bis nach Torre Angela, wo sie bei Centocelle auf den typischen Bögen bis Tor Pignattara kam. Von hier erreichte sie wieder unterirdisch das Areal »ad Spem Veterem« in Rom bei der Porta Maggiore, einem der höchsten Punkte der Ewigen Stadt, wo sich mehrere Aquädukte trafen, um in der Urbs verteilt zu werden. Von hier floss die »Acqua Alessandrina« in Richtung der Stazione Termini sowie zum Quirinal, und von da, wo die heutige Via del Tritone liegt, zu den »Terme Alessandrine« (oder »Neroniane«). [...]
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