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Apostolische Reise nach Frankreich
Eucharistiefeier auf der Esplanade des Invalides in Paris
Meidet den Götzendienst, hört nicht auf, Gutes zu tun!
Predigt von Papst Benedikt XVI. am 13. September
 
Soweit der Blick reichte, war die Menschenmenge zu sehen, die sich zur Eucharistiefeier mit dem Heiligen Vater versammelt hatte.
Herr Kardinal Vingt-Trois,
meine Herren Kardinäle und liebe Mitbrüder im Bischofsamt,
Brüder und Schwestern in Christus!

Jesus Christus versammelt uns an diesem wunderbaren Ort im Herzen von Paris an dem Tag, an dem die universale Kirche den hl. Johannes Chrysostomus, einen ihrer größten Kirchenlehrer, feiert, der mit seinem Lebenszeugnis und seiner Lehre den Christen wirksam den Weg aufgezeigt hat, dem sie folgen sollen. Mit Freude grüße ich die Autoritäten, die mich in dieser edlen Stadt empfangen haben, ganz besonders Kardinal André Vingt-Trois, dem ich für die freundlichen Worte danke, die er an mich gerichtet hat. Ich grüße auch alle Bischöfe, die Priester und die Diakone, die mich bei der Feier des Opfers Christi umgeben. Ich danke allen Persönlichkeiten, insbesondere dem Herrn Premier-Minister, die heute morgen hier zugegen sind; ich versichere ihnen mein inständiges Gebet für die Erfüllung ihres hohen Auftrags im Dienst an ihren Mitbürgern.

Der erste Brief des hl. Paulus an die Korinther läßt uns im Paulusjahr, das wir am vergangenen 28. Juni eröffnet haben, entdecken, wie weit die vom Apostel erteilten Ratschläge auch heute aktuell sind. »Meidet den Götzendienst« (1 Kor 10,14), schreibt er an eine Gemeinde, die vom Heidentum sehr geprägt ist und gespalten ist zwischen dem Festhalten an der Neuheit des Evangeliums und der Befolgung der von den Vorfahren ererbten alten Praktiken. Die Götzen meiden, das hieß damals, damit aufzuhören, die Gottheiten des Olymp zu verehren, damit aufzuhören, ihnen blutige Opfer darzubringen. Die Götzen meiden bedeutete, sich in die Schule der Propheten des Alten Testaments zu begeben, die den Hang des menschlichen Geistes, sich falsche Darstellungen von Gott zu schmieden, anklagten. Wie der Psalm 115 in bezug auf die Götzenbilder sagt, sind diese »nur Silber und Gold, ein Machwerk von Menschenhand. Sie haben einen Mund und reden nicht, Augen und sehen nicht; sie haben Ohren und hören nicht, eine Nase und riechen nicht« (Vv. 4–6). Abgesehen vom Volk Israel, das die Offenbarung des einen Gottes empfangen hatte, stand die Welt der Antike unter der Knechtschaft des Götzenkultes. Die Fehler des Heidentums, die in Korinth sehr verbreitet waren, mußten angeklagt werden, denn sie stellten eine mächtige Entfremdung dar und brachten den Menschen von seiner wahren Bestimmung ab. Sie hinderten ihn daran zu erkennen, daß Christus der einzige und wahre Erlöser ist, der einzige, der dem Menschen den Weg zu Gott zeigen kann. [...]

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