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Apostolische Reise
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Apostolische Reise nach Benin
Die ausgestreckte Hand
 
Die Reise von Benedikt XVI. wird im Gedächtnis bleiben. Und das werden auch die Bilder und die Worte des Papstes, der nach Afrika zurückgekehrt ist, nachdem er den Kontinent das erste Mal besucht hatte, um in Yaoundé das Vorbereitungsdokument der Synodenversammlung zu übergeben. Und jetzt ist er wiedergekommen, um das abschließende Apostolische Schreiben zu unterzeichnen. »Gegeben zu Ouidah in Benin, am 19. November 2011, im siebten Jahr meines Pontifikats«, lautet die feierliche Formel, die am Schluß des langen Textes zu lesen ist, einer echten Magna Charta, die realistisch und hoffnungsvoll die Zukunft eines Teils der Welt skizziert, der nur zu oft ausgebeutet wird, und die zugleich die Aufgabe aufzeigt, die die katholische Kirche zu übernehmen berufen ist.

Realismus und Hoffnung sind die beiden Schlüssel zum Verständnis des Dokuments und des Papstbesuches in diesem Land, das sicherlich nicht groß und zudem von Armut gekennzeichnet ist, aber vor allem ist es jung und lebendig. Eine überschäumende Jugendlichkeit und Vitalität, wie sie unmittelbar zu erkennen war bei der sehr herzlichen Begrüßung durch die Bevölkerung Benins – die auf die Straßen geeilt ist, um den Papst zu feiern und zu begrüßen – und durch seine Obrigkeiten, angefangen bei Thomas Boni Yayi, dem Präsidenten der Republik, der protestantischer Christ ist. »Echter Freund Afrikas« nannte dann im Namen der Institutionen Benins die Großkanzlerin Koubourath Osseni, eine Muslimin, Benedikt XVI. und brachte damit eine sicherlich nicht nur bei Katholiken weit verbreitete allgemeine Ansicht zum Ausdruck.

Ja, der Bischof von Rom ist ein echter Freund Afrikas, das von der katholischen Kirche geliebt und geachtet wird. Diese Haltungen sind auf jeder Seite des Apostolischen Schreibens zu spüren. Ein Dokument, das nicht nur an den großen Kontinent gerichtet ist, der dabei ist, Fortschritte zu machen und sich zu erneuern, sondern an die ganze Welt. Mit Worten, die dazu einladen, keine Angst vor der Modernität zu haben, sondern sie mutig zu leben, in der Tradition verwurzelt. Einer katholischen Kontinuität entsprechend, die in diesen Ländern auf die allerersten Generationen von Christen zurückgeht. Bedeutsam sind in dieser Hinsicht die Erinnerung an die ersten afrikanischen Kirchenväter, der Hinweis auf das kontemplative Leben, das in den ersten Jahrhunderten, aber auch im 20. Jahrhundert gelebt wurde, und der Wunsch, die theologische und intellektuelle Tradition der Schule von Alexandrien zu erneuern.

Modernität und Tradition also, wie bei den mit afrikanischen Rhythmen gemischten lateinischen Gesängen, die heute das gelungene Experiment der »Missa Luba« von vor über 50 Jahren erneuern. Als Zeugnis der erlangten christlichen Reife, wie es das Apostolische Schreiben Africae munus bestätigt, das Benedikt XVI. in Anwesenheit von Kardinälen und Bischöfen des afrikanischen Kontinents unterzeichnet hat. Es enthält Hinweise, die für die ganze katholische Welt gültig sind, da sie bekräftigen, daß die Rolle der Kirche nicht politisch ist, sondern vor allem die Erziehung des religiösen Empfindens betrifft, um Christus zu verkünden, den wertvollen Schatz. [...]

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