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Die Themen
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Aus dem Vatikan
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Kirche in der Welt
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| Apostolische Reise nach Benin |
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| Pressekonferenz mit Papst Benedikt XVI. auf dem Flug nach Benin |
| Das Christentum – universale Botschaft, daß es Gott gibt |
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Wie bei den Apostolischen Reisen üblich antwortete Papst Benedikt XVI. während des Flugs in das westafrikanische Land Benin auf Fragen von mitreisenden Journalisten. Er habe das Land als Reiseziel ausgewählt, weil es über stabile und funktionierende demokratische Strukturen verfüge und Religionsfreiheit gewährleiste, sagte der Heilige Vater.
Pater Lombardi: Heiliger Vater, willkommen unter uns, in dieser Gruppe von Journalisten, die Sie nach Afrika begleiten. Wir sind Ihnen sehr dankbar, daß Sie uns auch diesmal etwas Zeit widmen. Hier an Bord befinden sich etwa 40 Journalisten, Fotografen und Kameraleute verschiedener Presse- und Fernsehagenturen, und außerdem sind auch die vatikanischen Medien vertreten, die Sie begleiten: insgesamt etwa fünfzig Personen. In Cotonou erwarten uns an die tausend Journalisten, die die Reise vor Ort verfolgen werden. Wie üblich richten wir an Sie einige Fragen, die wir in diesen Tagen unter den Kollegen eingeholt haben. Die erste Frage stelle ich auf französisch, da ich meine, daß es auch für die Hörer und Fernsehzuschauer in Benin eine willkommene Sache sein kann, worüber sie sich bei der Ankunft freuen werden.
Pater Lombardi: Heiliger Vater, diese Reise führt uns nach Benin. Aber es ist eine sehr wichtige Reise für den ganzen afrikanischen Kontinent. Warum haben Sie gemeint, daß gerade Benin das geeignete Land sei, um eine Botschaft an das ganze Afrika von heute und morgen zu richten?
Heiliger Vater: Dafür gibt es verschiedene Gründe. Erstens, Benin ist ein Land, in dem Frieden herrscht, äußerer und innerer Friede. Es gibt funktionierende demokratische Institutionen, die im Geist der Freiheit und Verantwortung verwirklicht worden sind, und daher sind Gerechtigkeit und die Arbeit für das Gemeinwohl möglich und werden vom Funktionieren des demokratischen Systems und vom Verantwortungs bewußtsein in Freiheit gewährleistet. Der zweite Grund ist, daß in Benin wie im Großteil der afrikanischen Länder verschiedene Religionen nebeneinander bestehen und es ein friedliches Zusammenleben zwischen diesen Religionen gibt. Da gibt es die Christen in ihrer nicht immer einfachen Verschiedenheit, es gibt die Muslime und dann sind da noch die traditionellen Religionen, und diese verschiedenen Religionen leben miteinander in gegenseitiger Achtung und in der gemeinsamen Verantwortung für den Frieden, für die Versöhnung im Inneren und nach außen. Mir scheint, daß dieses Zusammenleben zwischen den Religionen, der interreligiöse Dialog als Faktor des Friedens und der Freiheit ein wichtiger Aspekt ist, der übrigens auch einen wichtigen Teil des Nachsynodalen Apostolischen Schreibens bildet. Der dritte Grund schließlich ist, daß dieses Land die Heimat meines lieben Freundes Kardinal Bernardin Gantin ist: Ich hatte immer den Wunsch, eines Tages an seinem Grab zu beten. Er ist für mich wirklich ein großer Freund – darüber werden wir vielleicht am Ende noch einmal reden –, und deshalb ist der Besuch des Landes von Kardinal Gantin, eines großen Vertreters des katholischen Afrika und des humanen und kulturellen Afrika, für mich ebenfalls ein Grund, warum ich in dieses Land reisen möchte.
Pater Lombardi: Während die Afrikaner die Schwächung ihrer traditionellen Gemeinschaften erleben, sieht sich die katholische Kirche mit dem wachsenden Erfolg mitunter in Afrika selbst entstandener evangelikaler oder Pfingstkirchen konfrontiert, die einen anziehenden Glauben, eine starke Simplifizierung der christlichen Botschaft anbieten: Sie setzen auf Heilungen, mischen ihre Gottesdienste mit traditionellen Kultformen. Wie steht die katholische Kirche zu diesen, ihr gegenüber aggressiven Gemeinschaften? Und wie kann sie anziehend sein, wenn diese Gemeinschaften als festlich gestimmt, warmherzig oder inkulturiert auftreten?
Heiliger Vater: Diese Gemeinschaften sind ein weltweites Phänomen, sie sind auf allen Kontinenten anzutreffen; stark vertreten sind sie in verschiedensten Formen vor allem in Lateinamerika und in Afrika. Ich würde als kennzeichnend für diese Gemeinschaften folgende Elemente nennen: geringe institutionelle Dichte, wenige Institutionen, kaum lehrmäßiges Gepäck, eine leichte, einfache, verständliche, scheinbar konkrete Botschaft und dann – wie Sie gesagt haben – eine Liturgie unter Beteiligung aller, wobei die eigenen Gefühle, die eigene Kultur und auch synkretistische Kombinationen zwischen verschiedenen Religionen Ausdruck finden. Das alles garantiert einerseits Erfolg, beinhaltet aber auch geringe Stabilität. Wir wissen auch, daß viele zur katholischen Kirche zurückkehren oder von einer dieser Gemeinschaften zur anderen wandern. Daher sollen wir nicht diese Gemeinschaften nachahmen, sondern uns fragen, was wir tun können, um dem katholischen Glauben neue Lebenskraft zu geben.
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