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Apostolische Reise
nach Afrika 2026

Apostolische Reise nach Afrika
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Apostolische Reise nach Benin
Begegnung mit den Mitgliedern der Regierung, Vertretern der staatlichen Institutionen, mit dem Diplomatischen Korps und mit Vertretern der wichtigsten Religionen im Präsidentenpalast in Cotonou
Beraubt eure Völker nicht der Hoffnung
Ansprache von Papst Benedikt XVI. am 19. November
 
Sehr geehrter Herr Präsident!
Werte Vertreter des öffentlichen und politischen Lebens und der Religionsgemeinschaften!
Meine Damen und Herren Leiter der diplomatischen Vertretungen!
Liebe Brüder im Bischofsamt, meine Damen und Herren, liebe Freunde!

Doo noumi! [feierliche Grußformel in der Landessprache Fon]. Sie, Herr Präsident, wollten mir die Gelegenheit zu dieser Begegnung vor einer namhaften Versammlung von Persönlichkeiten geben. Es ist ein Privileg, das ich sehr zu schätzen weiß, und ich danke Ihnen von ganzem Herzen für die freundlichen Worte, die Sie im Namen des ganzen Volkes von Benin an mich gerichtet haben. Ebenso danke ich der Repräsentantin der staatlichen Institutionen für ihre Willkommensworte. Ich entbiete allen Anwesenden, den verantwortlichen Persönlichkeiten auf verschiedenen Ebenen des öffentlichen Lebens in Benin, beste Wünsche.

Oft habe ich in meinen früheren Ansprachen das Wort Afrika mit dem Begriff Hoffnung verbunden. Dies habe ich vor zwei Jahren in Luanda und schon in einem Zusammenhang mit der Bischofssynode getan. Das Wort Hoffnung kommt übrigens im Nachsynodalen Apostolischen Schreiben Africae munus, das ich in Kürze unterzeichnen werde, mehrere Male vor. Wenn ich sage, daß Afrika der Kontinent der Hoffnung ist, tue ich dies nicht aus reiner Rhetorik, sondern ich drücke ganz einfach eine persönliche Überzeugung aus, die auch jene der Kirche ist. Allzu oft bleibt unser Geist bei Vorurteilen oder Bildern stehen, welche die afrikanische Wirklichkeit in einer negativen Sicht darstellen, die von einer betrüblichen Analyse herrührt. Man ist immer versucht, nur das hervorzuheben, was nicht geht; ja, es ist einfach, den belehrenden Ton eines Moralpredigers oder Experten anzuschlagen, der seine Schlüsse auferlegt und letzten Endes wenige geeignete Lösungen vorschlägt. Man ist auch versucht, die afrikanischen Gegebenheiten nach Art eines neugierigen Ethnologen zu untersuchen oder wie einer, der in ihnen nur eine große Reserve an Energie, Bodenschätzen, Landwirtschaft und Menschen sieht, die aus oft wenig edlen Interessen leicht ausgebeutet werden kann. Dies sind die oberflächlichen und rücksichtslosen Sichtweisen, die zu einer Afrika und seinen Einwohnern wenig angemessenen Verdinglichung führen.

Ich bin mir bewußt, daß Worte nicht überall dieselbe Bedeutung haben. Aber jenes der Hoffnung ändert sich kaum von Kultur zu Kultur. Schon vor einigen Jahren habe ich der christlichen Hoffnung eine Enzyklika gewidmet. Von Hoffnung sprechen bedeutet von der Zukunft sprechen und daher von Gott! Die Zukunft wurzelt in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Die Vergangenheit kennen wir gut, bedauern ihre Mißerfolge und begrüßen ihre positiven Errungenschaften. Die Gegenwart leben wir, wie wir es vermögen. So gut wie möglich, hoffe ich, und mit der Hilfe Gottes! Es geht darum, auf diesem aus vielfältigen widersprüchlichen und sich ergänzenden Elementen zusammengesetzten Boden mit der Hilfe Gottes zu bauen. Liebe Freunde, ich möchte im Lichte dieser Hoffnung, die uns erfüllen muß, zwei aktuelle afrikanische Wirklichkeiten lesen. Die erste bezieht sich eher allgemein auf das gesellschaftspolitische und wirtschaftliche Leben des Kontinents, die zweite auf den interreligiösen Dialog. Diese Wirklichkeiten gehen uns alle an, denn unser Jahrhundert scheint in Schmerzen geboren zu werden und Schwierigkeiten zu haben, die Hoffnung in diesen beiden besonderen Bereichen wachsen zu lassen.

In den vergangenen Monaten haben zahlreiche Völker ihren Wunsch nach Freiheit kundgetan, ihr Bedürfnis nach materieller Sicherheit und ihren Willen, in Eintracht zu leben bei aller Verschiedenheit der Ethnien und Religionen. Sogar ein neuer Staat ist auf Ihrem Kontinent entstanden. Zahlreich waren aber auch die Konflikte, die von der Blindheit des Menschen hervorgerufen wurden, von seinem Machtstreben und von wirtschaftspolitischen Interessen, welche die Würde des Menschen oder der Natur mißachten. [...]

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