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Startseite » Apostolische Reise nach Myanmar und Bangladesch 2017 » Bericht 4
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Apostolische Reise
nach Myanmar
und Bangladesch
2017

Apostolische Reise nach Myanmar und Bangladesch 2017
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Apostolische Reise nach Myanmar und Bangladesch 2017
Treffen mit den Bischöfen im Nebengebäude der Kathedrale von Yangon
Heilung, Begleitung und Prophetie
Ansprache von Papst Franziskus am 29. November
 

Eminenz, liebe Brüder im Bischofsamt,

für uns alle war es ein ausgefüllter Tag, der aber von großer Freude geprägt war! Heute Morgen haben wir gemeinsam mit den aus allen Teilen des Landes kommenden Gläubigen die Eucharistie gefeiert und am Nachmittag sind wir den Verantwortungsträgern der buddhistischen Mehrheit begegnet. Ich wünsche mir, dass unsere Begegnung heute Abend ein Moment froher Dankbarkeit für diese Segnungen sowie eine Gelegenheit ruhiger Reflexion über die Freuden und Herausforderungen eures Dienstes als Hirten der Herde Christi in diesem Land sein wird. Ich danke Bischof Felix [Lian Khen Thang] für die Begrüßungsworte, die er in eurem Namen an mich gerichtet hat; ich umarme euch alle mit großer Herzlichkeit im Herrn.

Ich möchte meine Überlegungen um drei Worte gruppieren: Heilung, Begleitung und Prophetie.

Das erste Wort lautet Heilung. Das Evangelium, das wir predigen, ist vor allem eine Botschaft der Heilung, der Versöhnung und des Friedens. Durch das Blut Christi am Kreuz hat Gott die Welt mit sich versöhnt und uns gesandt, Boten dieser heilenden Gnade, dieser Heilungsgnade, zu sein. Hier in Myanmar hat diese Botschaft einen besonderen Widerhall gefunden in Anbetracht der Tatsache, dass das Land daran arbeitet, die tiefverwurzelten Spaltungen zu überwinden und die nationale Einheit aufzubauen. Eure Herden tragen die Spuren dieses Konflikts an sich und haben mutige Zeugen des Glaubens und der antiken Überlieferungen hervorgebracht. Für euch darf demnach die Verkündigung des Evangeliums nicht nur eine Quelle des Trostes und der Kraft sein, sondern auch ein Ruf, die Einheit, die Liebe und die Heilung im Leben des Volkes zu fördern. Die Einheit, die wir gemeinsam haben und hochhalten, entsteht aus der Verschiedenheit – vergesst das nicht, sie entsteht aus der Verschiedenheit. Diese bringt die Unterschiedlichkeiten unter den Personen als Quelle gegenseitigen Wachstums und der Bereicherung zur Geltung; sie lädt sie dazu ein, sich in einer Kultur der Begegnung und der Solidarität zusammenzufinden.

Mögt ihr in eurem bischöflichen Dienst beständig die Führung und Hilfe des Herrn erfahren, wenn ihr euch dafür einsetzt, die Heilung und das Miteinander auf jeder Ebene des Lebens der Kirche zu fördern. Auf diese Weise kann das heilige Volk Gottes, eure Herde, durch sein Beispiel des Verzeihens und der versöhnenden Liebe Salz und Licht für die Herzen derer sein, die nach jenem Frieden trachten, den die Welt nicht geben kann. Die katholische Gemeinschaft in Myanmar kann auf ihr prophetisches Zeugnis der Liebe zu Gott und zum Nächsten stolz sein, das im Einsatz für die Armen zum Ausdruck kommt, für diejenigen, die ihrer Rechte beraubt sind, und in der heutigen Zeit vor allem für die vielen Flüchtlinge, die sozusagen verwundet an den Rändern der Straße liegen. Ich bitte euch, meinen Dank an all diejenigen weiterzugeben, die wie der gute Samariter sich großzügig dafür engagieren, ihnen und dem Nächsten in Not ungeachtet seiner Religion oder seiner ethnischen Herkunft den Balsam der Heilung zu bringen. [...]

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