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Apostolische Reise nach Mexiko und Kuba
Heilige Messe in León im Bicentenario-Park
Das Herz von der Liebe Gottes erobern lassen
Homilie von Papst Benedikt XVI. am 25. März
 
Liebe Brüder und Schwestern.

Werte Vertreter des öffentlichen und politischen Lebens und der Religionsgemeinschaften!
Ich freue mich sehr, bei euch zu sein, und ich möchte ganz herzlich dem Erzbischof von León, José Guadalupe Martín Rábago, für seine freundlichen Worte des Willkommens danken. Ich grüße den mexikanischen Episkopat wie auch die Herren Kardinäle und die weiteren anwesenden Bischöfe, besonders jene aus Lateinamerika und aus der Karibik. Einen herzlichen Gruß richte ich
ferner an die Vertreter des öffentlichen Lebens, die uns begleiten, und an alle, die sich hier versammelt haben, um an der Feier der Heiligen Messe unter dem Vorsitz des Nachfolgers Petri teilzunehmen.
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Ansprache von Papst Benedikt XVI. vor dem Angelusgebet am 25. März in León
Unter dem Schutz der Gottesmutter
 
 
Liebe Brüder und Schwestern!

Im Evangelium dieses Sonntags spricht Jesus vom Weizenkorn, das in die Erde fällt, stirbt und vielfach Frucht bringt, und antwortet damit einigen Griechen, die mit der Bitte an den Apostel Philippus herantreten: »Wir möchten Jesus sehen« (Joh 12,21). Auch wir rufen heute die heilige Jungfrau Maria an und bitten sie: »Zeige uns Jesus!«

Wenn wir jetzt den Engel des Herrn beten und uns dabei an die Verkündigung des Herrn erinnern, richten sich unsere Augen im Geiste auf den Hügel Tepeyac, den Ort, wo die Mutter Gottes seit Jahrhunderten mit Inbrunst unter dem Titel »immerwährende heilige Jungfrau Maria von Guadalupe« als Zeichen der Versöhnung und der unendlichen Güte Gottes für die Welt verehrt wird.

Meine Vorgänger auf dem Stuhl Petri verehrten sie unter besonderen Titeln wie Frau von Mexiko, Himmlische Patronin Lateinamerikas, Mutter und Herrscherin dieses Kontinents. Ihre gläubigen Kinder, die ihre Hilfe erfahren, rufen sie ihrerseits voll Vertrauen mit liebevollen und vertrauten Namen wie Rose von Mexiko, Frau des Himmels, Jungfrau »Morena«, Mutter von Tepeyac, Edle »Indita« an.

Liebe Brüder und Schwestern, vergeßt nicht, daß die wahre Verehrung der Jungfrau Maria uns immer näher zu Jesus bringt und »weder in unfruchtbarem und vorübergehendem Gefühl noch in irgendwelcher Leichtgläubigkeit besteht, sondern aus dem wahren Glauben hervorgeht, durch den wir zur Anerkennung der Erhabenheit der Gottesmutter geführt und zur kindlichen Liebe zu unserer Mutter und zur Nachahmung ihrer Tugenden angetrieben werden« (Lumen gentium, 67). Maria lieben heißt sich verpflichten, auf ihren Sohn zu hören; Unsere Liebe Frau von Guadalupe verehren heißt nach den Worten der gebenedeiten Frucht ihres Leibes leben.
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Abschiedszeremonie auf dem Internationalen Flughafen von León
Das Nützlichkeitsdenken macht immer die Schwächsten zum Opfer
Ansprache von Papst Benedikt XVI. am 26. März
 
Herr Präsident!
Sehr geehrte Vertreter des öffentlichen Lebens!
Meine Herren Kardinäle!
Verehrte Brüder im Bischofsamt!
Liebe mexikanische Freunde!

Mein kurzer, doch intensiver Besuch in Mexiko geht nun zu Ende. Es ist aber nicht das Ende meiner Sympathie und meiner Zuneigung für dieses Land, das ich tief in meinem Innern trage. Erfüllt von unvergeßlichen Erfahrungen reise ich ab. Ebenso unvergeßlich sind die vielen aufmerksamen Zeichen und Liebeserweise, die ich erhalten durfte. Ich danke für die freundlichen Worte, die der Herr Präsident an mich gerichtet hat, wie auch für alles, was die öffentlichen Stellen für diese großartige Reise getan haben. Von Herzen danke ich allen, die es ermöglicht oder dazu beigetragen haben – in den wichtigen Bereichen wie auch in den kleinsten Details –, daß die Veranstaltungen dieser Tage glücklich verlaufen sind. Ich bitte den Herrn, daß der große Einsatz nicht umsonst gewesen sein mag und mit seiner Hilfe reiche und dauerhafte Frucht bringe im Leben des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe in León und Guanajuato, in Mexiko und allen Ländern Lateinamerikas und der Karibik.

Den Glauben an Jesus Christus spürte ich in den Herzen schlagen, und die innige Verehrung für seine Mutter – Maria wird hier mit so schönen Titeln wie Unsere Liebe Frau von Guadalupe und Unsere Liebe Frau vom Licht angerufen –, habe ich in den Gesichtern sich widerspiegeln gesehen. Angesichts dieses Glaubenszeugnisses möchte ich nachdrücklich und deutlich einen Aufruf an das mexikanische Volk wiederholen, sich selbst treu zu sein und sich nicht von den Kräften des Bösen einschüchtern lassen, mutig zu sein und daran zu arbeiten, daß die Lebenskraft seiner christlichen Wurzeln seine Gegenwart und seine Zukunft blühen lasse.
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Begrüßungszeremonie auf dem Internationalen Flughafen von Santiago de Cuba
Wahrer Fortschritt braucht eine Ethik, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt
Ansprache von Papst Benedikt XVI. am 26. März
 
Sehr geehrter Herr Präsident!
Meine Herren Kardinäle und liebe Mitbrüder im Bischofsamt!
Geschätzte Vertreter des öffentlichen Lebens!
Werte Mitglieder des Diplomatischen Korps!
Meine Damen und Herren!
Liebe kubanische Freunde!

Ich danke Ihnen, Herr Präsident, für den Empfang und Ihre freundlichen Begrüßungsworte, mit denen Sie auch die Ehrerbietung der Regierung und des kubanischen Volkes gegenüber dem Nachfolger Petri zum Ausdruck gebracht haben. Ich grüße die Vertreter des öffentlichen Lebens, die zugegen sind, wie auch die hier anwesenden Mitglieder des Diplomatischen Korps. Einen herzlichen Gruß richte ich an den Erzbischof von Santiago de Cuba und Präsidenten der Bischofskonferenz, Dionisio Guillermo García Ibáñez, an den Erzbischof von Havanna, Kardinal Jaime Ortega y Alamino, und an die anderen bischöflichen Mitbrüder in Kuba, denen ich all meine geistliche Nähe bekunde. Schließlich grüße ich ganz von Herzen die Gläubigen der katholischen Kirche in Kuba, die geschätzten Einwohner dieser schönen Insel und alle Kubaner, wo auch immer sie sich befinden. Ihr liegt mir stets am Herzen, und ich bete für euch. Das war ganz besonders in diesen Tagen der Fall, als der ersehnte Augenblick des Besuches bei euch näher rückte, der dank göttlicher Güte nun Wirklichkeit geworden ist.

Wenn ich jetzt zu euch komme, kann ich es nicht unterlassen, an den denkwürdigen Besuch meines Vorgängers, des seligen Johannes Paul II. zu erinnern, der eine unauslöschliche Spur in der Seele der Kubaner hinterlassen hat. Für viele, Gläubige und Nichtgläubige, stellen sein Vorbild und seine Lehre ein leuchtendes Leitbild dar, das ihnen sowohl im persönlichen Leben wie auch in der öffentlichen Ausführung des Dienstes am Gemeinwohl der Nation Orientierung gibt.
 
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Zum Abschluß der Apostolischen Reise von Papst Benedikt XVI. nach Mexiko und Kuba
Wahrheit und Freiheit
 
 
Im Zeichen des Binoms Wahrheit und Freiheit hat der Papst seinen Besuch auf Kuba abgeschlossen. Damit ist seine dritte Reise auf den amerikanischen Kontinent zu Ende gegangen, die 23. Apostolische Auslandsreise des Pontifikats. In diesen sechs Tagen konnten mindestens anderthalb Millionen Mexikaner und über eine halbe Million Kubaner Benedikt XVI. – auf den Straßen und in den liturgischen Feiern – direkt sehen. Und wieder war der Weg des Papstes übersät mit wiederholten Bezeigungen echter Zuneigung und Begeisterung gegenüber einem Papst, der durch seine zurückhaltende Freundlichkeit immer mehr Menschen anzieht.

Wahrheit und Freiheit sind also die Worte, die Benedikt XVI. dem gesamten kubanischen Volk anvertraut hat, 15 Jahre nachdem sein Vorgänger die Karibikinsel besucht und dazu aufgerufen hatte, daß Kuba sich der Welt und die Welt sich Kuba öffnen möge. Seitdem wurden einige Schritte auf diese Öffnung hin gemacht, die gewiß nicht einfach ist, auch aufgrund der internationalen Beziehungen, zu denen in den letzten Jahren noch die Weltwirtschaftskrise hinzugekommen ist. Jetzt muß sie jedoch weiter vorangehen, wie der Papst in der Predigt während der Messe in Havanna und in seiner Abschiedsansprache ausdrücklich gesagt hat.

Im Herzen der alten Hauptstadt, auf dem Platz der Revolution, hat Benedikt XVI. die Messe gefeiert – zu Füßen des riesigen Denkmals, das dem kubanischen Nationalhelden José Martí bereits unter der Diktatur von Fulgencio Battista errichtet wurde, und gegenüber von enormen Bildern der Protagonisten der Erhebung, in der dieser gestürzt wurde. Und eben an diesem symbolträchtigen Ort sagte der Papst, daß die Wahrheit echte Suche verlangt, um Skeptizismus und Relativismus, aber auch Irrationalität und Fanatismus zu überwinden.
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