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Startseite » Archiv » Doppelausgabe 32-33/2017 » Kirche in der Welt
Titelcover der archivierten Ausgabe 32/2017 - klicken Sie für eine größere Ansicht

Apostolische Reise
nach Myanmar
und Bangladesch
2017

Apostolische Reise nach Myanmar und Bangladesch 2017
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Kirche in der Welt
Interview mit dem General der Jesuiten

Die Sendung der Gesellschaft Jesu

Ein Autograph des heiligen Ignatius von Loyola.
Von Giovanni Maria Vian

Für P. Arturo Sosa SJ, seit neun Monaten der erste nicht-europäische General der Jesuiten, ist es das erste Fest des heiligen Ignatius an der Spitze der Gesellschaft Jesu. Er feiert es in der römischen Kirche »Il Gesù«, wo sich die sterblichen Überreste des am 31. Juli 1556 verstorbenen Gründers befinden. Diesen Tag nimmt der »Osservatore Romano« zum Anlass für ein Interview über die erste Zeit des Generalats von P. Sosa.

Es ist kurz nach zwölf an einem heißen Hochsommertag, dem 28. Juli. Die Begegnung findet nur einen Steinwurf vom Petersdom entfernt statt, im vierten Stock der Jesuitenkurie, im Zimmer, in dem der General arbeitet, wenn er in Rom ist. Wir sitzen an einem großen runden Tisch, der ebenso leer ist wie die hellen Wände und der offenbar für häufige Besprechungen genutzt wird. Durch diese Begegnungen und die Reisen leitet der Nachfolger des Heiligen aus Loyola die Gesellschaft Jesu: 85 Provinzen, die in sechs Provinzkonferenzen zusammengefasst sind. Im Laufe der neun Monate seit seiner Wahl am vergangenen 14. Oktober hat der Ordensgeneral bereits an vier dieser Treffen auf Provinzebene teilgenommen. Allerdings hat er in dieser Zeit bereits weit mehr Länder besucht: Indien, Peru, Spanien, Deutschland, Ruanda, Burundi, Demokratische Republik Kongo, Kenia, Indonesien, Kambodscha und – in Kürze – Belgien. Seine Tage sind reich an Begegnungen und Verpflichtungen, in seinem streng geregelten Rhythmus, der jeden Morgen mit mindestens zwei Stunden Gebet beginnt, bevor er um sieben Uhr die heilige Messe feiert. »Wenn man einen Ordensmann ermorden will, dann reicht es, dass Mittagessen und Ruhezeit verspätet sind«, fügt er mit leiser Ironie hinzu, während er den Gast nach einem fast einstündigen Gespräch in entspannter Atmosphäre zum Aufzug begleitet. Zu Beginn geht es um die dramatische Lage in seiner Heimat.

Wie sehen Sie die Situation in Venezuela?

Trotz allem ist mein Blick optimistisch, auch wenn ich nicht weiß, wie die Zukunft aussehen wird. Aber wegen der derzeitigen Ereignisse gibt es ganz klar eine große Besorgnis, wie sie die Bischöfe und die Jesuiten meiner Heimat mehrfach zum Ausdruck gebracht haben, und auch die Bischöfe, der Papst, der Kardinalstaatssekretär und auf verschiedene Weise der Heilige Stuhl. Allerdings möchte ich Folgendes unterstreichen: Das Referendum vom 16. Juli war die wichtigste bürgerliche Abstimmung in der gesamten venezolanischen Geschichte, denn siebeneinhalb Millionen Wähler haben daran teilgenommen, das heißt die Hälfte aller Stimmberechtigten. Der Weg der politischen Auseinandersetzung ist der einzige Weg, um die Gewalt zu beenden und wirklich Politik zu machen, um den großen Nöten und Bedürfnissen des Volkes entgegenzukommen. [...]
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